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28.05.2018, 14:35

Der kleine Kompakte als 1.0 EcoBoost im Fahrbericht

Ford Fiesta: Sportlich auch mit drei Zylindern

Das an Kleinwagen-Neuheiten wahrlich nicht arme Jahr 2017 erlebte auch die Inkarnation des Ford Fiesta als nunmehr achte Generation. In seinen frühen Leben musste sich der kleine Kompakte nur dem klassischen Dreikampf mit VW Polo und Opel Corsa stellen. Heute sind die Zeiten härter. Neue Player sind im Segment dazugekommen, der Kia Rio beispielsweise, aber auch der vielgerühmte Polo-Bruder Seat Ibiza. Im Fahrbericht: Der Fiesta 1.0 EcoBoost mit 125 PS und in feinem Vignale-Trimm.

Ford Fiesta
Maskulin statt Kindchen-Schema: Der Fiesta pflegt einen sportlichen Auftritt. Blickfang ist der markante Kühlergrill.
© Hersteller

Wie er aussieht: Wie die allermeisten seiner Mitbewerber pflegt der Fiesta kein niedliches Kindchen-Schema, sondern fährt maskulin-erwachsen vor, mit einem hexagonal geformten, sportlichen Kühlergrill als Blickfang. Im Unterschied zu Polo oder Ibiza, die es nur noch als Fünftürer gibt, können Fiesta-Käufer auch bei einer dreitürigen Version einsteigen. Maßnehmen ergibt eine Länge von 4,04 Metern, damit ist der Fiesta eigentlich aus den Kleinwagen-Dimensionen herausgewachsen.

Wie er eingerichtet ist: Auf dem Fiesta-Kommandostand geht es im Vorgängervergleich wesentlich moderner zu. Verarbeitung und verbaute Materialien sind einwandfrei, als Mittelpunkt der digitalen Welt fungiert ein steil aufgesetzter, bis zu acht Zoll großer Touchscreen im Tablet-Stil, der auch die Bilder der Rückfahrkamera (im Paket ab 350 Euro) überträgt. Das Ford-Sync-Infotainment kostet ab 1075 Euro, es unterstützt Apple CarPlay und liest Sprachnachrichten versiert vor, benötigt aber einige Eingewöhnungszeit im Umgang, uns ist es sogar einmal "abgestürzt". Nicht uneingeschränkt glücklich waren wir mit den ab "Titanium"-Ausstattung obligatorischen Sportsitzen, bei denen die Verstellung von Lendenwirbelstütze und Lehne eine recht fummelige Angelegenheit ist.

Ford Fiesta Interieur
Ganz schön edel: So fein geht es in der Fiesta-Topversion "Vignale" zu.
© HerstellerZoomansicht

Wie viel Platz er hat: Dass der Fiesta zumindest nach früheren Maßstäben nicht mehr als Kleinwagen durchgehen kann, davon war bereits die Rede. Der kaum längere VW Polo bietet allerdings mehr Platz. Nicht für die Vornesitzenden, aber für die Fondpassagiere. Auch der Kofferraum ist mit 269 Litern Fassungsvermögen nicht gerade Benchmark im Segment. Variabilität schaffen der doppelte Ladeboden (75 Euro) und die serienmäßig im Verhältnis 1/3 zu 2/3 geteilt umlegbare Rücksitzlehne. Einen Verschiebemechanismus für die Rückbank gibt es indes nicht.

Was ihn antreibt: Den Einliter-Ecoboost-Dreizylinder installiert Ford in den Leistungsstufen 100, 125 und 140 PS, wir waren mit der mittelstarken Version unterwegs. Per Knopfdruck erwacht der Turbo zum Leben, ein dreizylindertypisch kerniger, aber keineswegs unangenehmer Sound begleitet sein Tun. Man wird schnell Freund mit diesem Maschinchen, flink und bereitwillig dreht es hoch, schnurrt energisch bis auf 195 km/h Spitze, erlaubt sich aber im Herrschaftsbereich des verhältnismäßig lang übersetzten fünften und sechsten Gangs einen kleinen Durchhänger. Dann hilft nur Wachkitzeln durch Runterschalten, was jedoch dank des ebenso präzisen wie leichtgängigen Sechsganggetriebes kein unangenehmer Akt ist.

Wie er sich fährt: Die Fahrwerkstechnologie gilt als eine Kernkompetenz von Ford, was sich auch am Beispiel des Fiesta bestätigt. Wer den Serpentinenslalom liebt und gern forsch von Kehre zu Kehre eilt, wird überaus angetan sein von den sportlichen Qualitäten des kompakten Kölners. Die Kehrseite der Medaille sind allerdings Einschränkungen beim Fahrkomfort, hier hätten wir uns den Fiesta ein bisschen rücksichtsvoller gewünscht.

Was er verbraucht: Die Papierform verspricht einen Durchschnittsverbrauch von 5,0 l/100 km, diesem Wert kamen wir - Schnitt 6,2 l/100 km - leider gar nicht nahe. Wie alle Fiesta-Motoren ist auch der Einliter-Ecoboost in die zukunftsfähige Abgasnorm Euro 6d-temp eingestuft.

Ford Fiesta
Fahrmaschinchen: Der Fiesta überzeugt mit hoher Fahrdynamik und sehr gutem Handling.
© HerstellerZoomansicht

Was er bietet: Wer den 125-PS-Ecoboost als Antriebsquelle wählt, muss mindestens in die hochwertige "Titanium"-Ausstattung investieren. Vieles wird hier schon mitgeliefert, von der Ambientebeleuchtung über Sync3 bis hin zu Sportsitzen und Alurädern. Spitzenmodell ist der feine Vignale, Klimaautomatik, Ledersitze, großer Acht-Zoll-Touchscreen, Verkehrsschilderkennung und edle Optik inklusive.

Was er kostet: Als dreitüriger "Titanium" ab 19.400 Euro, als Fünftürer 800 Euro mehr. Der Vignale-Fünftürer kommt auf mindestens 22.650 Euro. Auch das lässt sich noch toppen, unser Testwagen - unter anderem mit Navi, Fahrerassistenzpaket und Panoramaschiebedach - erreichte einen Preis von über 28.000 Euro.

Was wir meinen: Der Ford Fiesta ist ein gelungener Kleinwagen, dessen Stärke beim hervorragenden Fahrverhalten mit sportlichen Handlingeigenschaften liegt. Auch der Einliter-Ecoboost und die Auswahl an Assistenzsystemen überzeugen. Beim Platzangebot und auch beim Infotainment muss der Fiesta aber manchem Konkurrenten die Vorfahrt gewähren. Ein Schnäppchen ist er zwar nicht, letztlich aber fair eingepreist.

Ulla Ellmer

Die Daten des Ford Fiesta 1.0 EcoBoost

Hubraum 998 ccm, Zylinder 3, Leistung 92 kW/125 PS bei 6.000/min, max. Drehmoment 170 Nm bei 1.500 bis 4.500/min, Spitze 195 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 10,0 sec, Normverbrauch innerorts 5,9, außerorts 4,4, kombiniert 5,0 l S pro 100 km, Testverbrauch 6,2 l S/100 km, CO2-Emission 113 g/km, Schadstoffklasse Euro 6d-temp, Energie-Effizienzklasse A, Länge 4,04 m, Breite 1,74 m ohne, 1,94 m mit Außenspiegeln, Höhe 1,48 m, Gepäckraum 269 bis 1.070 l, Leergewicht 1.144 kg, zulässiges Gesamtgewicht 1.650 kg, Zuladung 506 kg, Anhängelast ungebremst 570 kg, gebremst 1.000 kg, Tank 42 l. Sechsgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb. Versicherungs-Typklassen 16 (KH), 18 (VK), 19 (TK). Preis ab 19.400 Euro.

 

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