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17.04.2018, 13:08

Midsize-SUV mit elektrisierender Wirkung

Im Fahrbericht: Volvo XC60 T8 4WD Twin Engine

Seit der Diesel in die Diskussion geraten ist, ziehen verstärkt Plug-in-Hybride die Aufmerksamkeit auf sich. Fahrzeuge mithin, deren Technologie es gestattet, über eine bestimmte Distanz rein elektrisch zu fahren und die Batterie an der Steckdose aufzuladen. Der XC60 ist Volvos Bestseller, und als Topmodell führt ein solches "PHEV" das Programm an - der mit einer Systemleistung von 407 PS ausgestattete T8 4WD Twin Engine.

Volvo XC60
Volvo XC60: Als Plug-in-Hybrid T8 Twin Engine mit 407 PS Systemleistung kommt er nach Norm 45 elektrische Kilometer weit.
© Hersteller

Wie er aussieht: Sehr gut. Mit einer Länge von 4,69 Metern reiht sich der XC60 unter die sogenannten Midsize-SUVs ein, unter ihnen zählt er zur Premium-Kategorie. Die Ähnlichkeit zum größeren XC90 ist unverkennbar, die Linienführung aus der Feder von Thomas Ingenlath sauber gezeichnet und clean. Die Frontleuchten zeigen die markentypische und vom Hammer des nordischen Gottes Thor inspirierte Lichtsignatur. Als Konkurrenten wären Audi Q5, Mercedes GLC, Jaguar F-Pace oder Porsche Macan zu benennen.

Wie er eingerichtet ist: Der in edel-reduzierter skandinavischer Kühle gestaltete Passagierbereich lässt sich, teils optional, bis unters Dach mit Luxus vollpacken, vom Kristall-Wählhebel der 8-G-Automatik, der in der schwedischen Glasmanufaktur Orrefors handgefertigt wird, über das aufwendige - allerdings nicht sehr intuitive - Infotainment "Sensus Connect" mit dem typischerweise hochkant installierten Touchscreen, der handschriftlichen Befehlseingabe via Touchpad und dem WLAN-Hotspot bis hin zum schönen, digitalen Instrumentarium hinterm Lenkrad, den Leder-Sportsitzen, den elektrisch umlegbaren Rücksitzlehnen und der Lenkradheizung, die wunderbarerweise den gesamten Lenkradkranz erwärmt.

Volvo XC60 Innenraum
Premium-Ambiente: Der XC60 ist skandinavisch-reduziert eingerichtet. Typisch: Der hochkant installierte Bildschirm.
© HerstellerZoomansicht

Wie viel Platz er hat: In dieser Disziplin lässt sich der XC60 kein Defizit nachsagen. Davon profitieren zunächst die Insassen, die auf bequem, aber nicht unangenehm weich gepolsterten Sitzen Platz nehmen und komfortable Bein-, Schulter und Kopffreiheit genießen. Aber auch das Gepäck lässt sich gut unterbringen. Der Kofferraum variiert zwischen 505 und 1432 Litern Fassungsvermögen, die sich mithilfe einer Ladebox unterm Ladeboden, ferner mit Haken und Gepäckraum-Trennnetz gut organisieren lassen.

Was ihn antreibt: Den Beinamen "Twin Engine" rechtfertigt der XC60 T8, indem bei ihm zwei Motoren zusammenarbeiten: Ein 334 PS starker Zweiliter-Vierzylinder mit Turbo- und Kompressorunterstützung einerseits und eine E-Maschine mit 87 PS andererseits. Insgesamt ergibt sich eine Systemleistung von 407 PS. Der Elektromotor kann dabei auch ganz übernehmen: Auf dem Papier schafft der T8 eine rein elektrische Reichweite von 45 Kilometern. Innerstädtische Fahrverbote lassen PHEV-Besitzer somit kalt, umso mehr, wenn der Teilzeitstromer - wie der T8 - seine elektrischen Reserven mittels "Save"-Modus für die City aufsparen kann. Zum Aufladen begibt sich der T8 je nach Stromquelle (16, 10 oder 6 A) für drei, vier oder sieben Stunden an die Steckdose (eine Schnelllademöglichkeit ist nicht vorgesehen).

Aber agiert der XC60 T8 auch so effizient wie ein Diesel? Das kommt drauf an. Wer täglich nur die übliche Pendler-Distanz von zehn, 15 oder 20 Kilometern fährt und vielleicht noch das Glück hat, am Arbeitsplatz anstöpseln zu können, wird unter der Woche kaum einmal den Verbrenner bemühen und an der Tankstelle lächelnd vorbeifahren. Kostenlos ist das zwar nur subjektiv, denn der Strom muss schließlich auch bezahlt werden, und wirklich CO2-neutral fährt so ein PHEV nur dann, wenn es Ökostrom nutzt. Trotzdem vermittelt das lautlose Cruisen durch die City ein gutes Gefühl. 30 elektrische Kilometer schafft man in der Praxis gut. Unser Rekord lag bei 51 Kilometern, vorgelegt allerdings auf einer Strecke, zu der ein mit grenzwertigen 80 km/h befahrenes Autobahnteilstück gehörte.

Volvo XC60
An Platz herrscht kein Mangel: Hinter der Heckklappe verbirgt sich ein großer, gut organisierter Kofferraum.
© HerstellerZoomansicht

Wie er sich fährt: Nicht nur vom Platzangebot und der Premium-Einrichtung her ist der XC60 ein vorzüglicher Reisebegleiter. Er rollt geschmeidig ab und federt ordentlich, auch wenn die 21-Zoll-Räder etwas am Komfort der adaptiven Luftfederung (Aufpreis) knabbern. In der Stadt bleibt der XC60 trotz seiner eigentlich nicht city-kompatiblen Maße wendig und easy manövrierfähig. Dank des Elektromotors an der Hinterachse bietet der Schwede Allradantrieb auf und klettert auch souverän rauf zur Berghütte. Sicherheit ist ohnedies eine Kernkompetenz von Volvo, die Zahl elektrischer Dienstboten, die hier tätig werden, entsprechend hoch.

Was er verbraucht: Nun ja. Bei zügigem Reisetempo wird zumindest die Autobahn dann doch zum Sehnsuchtsort für den Diesel. Schneller bewegt und jenseits seines elektrischen Engagements (das bis 125 km/h reicht) entwickelt der 2,2-Tonner nämlich einen Durst, der den Normwert von 2,1 l/100 km völlig ad absurdum führt. Locker geht es dann in den zweistelligen Bereich, gut 14 Liter werden verputzt, im Schnitt brauchten wir deren 11,8 l. Das soll auch deshalb Erwähnung finden, weil der Tank nur 50 Liter fasst.

Was er bietet: Das Basismodell heißt "Momentum" und stellt schon ziemlich viel an Ausstattung bereit: Aufmerksamkeitswarner, Tempomat, aktiven Spurhalteassistenten, Verkehrszeichenerkennung, allerlei Sicherheitssysteme wie das Notbremssystem (inklusive Kreuzungsbremsassistent) oder die Run-off Road Protection (Präventiv-Schutzsystem bei unbeabsichtigtem Verlassen der Straße), Keyless-Start, CleanZone Luftqualitätssystem, Einparkhilfe hinten, LED-Scheinwerfer, Regensensor, Infotainment "Sensus Connect" mit zehn Lautsprechern, Internetzugang und Bluetooth-Freisprechen sowie Zweizonen-Klimaautomatik. Unser Testwagen trat im R-Design auf, das unter anderem die digitale Instrumentierung, Ledersitze, Fahrmoduseinstellungen, Standheizung und ein elektrisches Panorama-Schiebedach beinhaltet. Zusatzinvestitionen erfordern beispielsweise das Businesspaket (Sensus-Navi mit Apple CarPlay und Android Auto, 1.200 Euro), das Laderaum-Paket Pro (u.a. Heckklappenautomatik, Keyless Drive und elektrisch umlegbare Rücksitzlehnen, 1.400 Euro) oder das adaptive Luftfahrwerk (2.270 Euro).

Volvo XC60
Effizienz-Alternative? Jenseits der elektrischen Möglichkeiten ist hohe Verbrauch zu konstatieren.
© HerstellerZoomansicht

Was er kostet: Als Basismodell "Momentum" ab 67.000 Euro, als "R-Design" ab 69.400 Euro. Bei unserem Testwagen addierten sich noch Extras im Umfang von rund 20.000 Euro hinzu.

Was wir meinen: Der Volvo XC60 T8 Twin Engine ist ein optisch überaus ansprechendes Premium-SUV mit sehr gelungener Innenarchitektur und überzeugenden Eigenschaften als komfortabler Reisebegleiter. Wer viel auf Kurzstrecken unterwegs ist, wird von den Möglichkeiten rein elektrischen Fahrens profitieren. Auf der Autobahn steigt der Verbrauch aber stark an. Für Langstreckenfahrer, die aufs Geld schauen, dürfte daher der Diesel - mit AdBlue - die bessere Alternative sein. Auch hier wird man im XC60-Programm fündig.

Ulla Ellmer

Die Daten des Volvo XC60 T8 4WD

MOTOR: Hubraum 1969 ccm, Zylinder 4, Leistung 246 kW/334 PS bei 6.600/min, max. Drehmoment 440 Nm bei 2.200/min. ELEKTROMOTOR: 65 kW/87 PS, max. Drehmoment 240 Nm. Spitze 230 km/h (125 km/h elektrisch), Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 5,2 sec, Normverbrauch 2,1 l S pro 100 km, Testverbrauch 11,8 l S/100 km, CO2-Emission 49 g/km, Schadstoffklasse Euro 6, Energie-Effizienzklasse A+, Länge 4,69 m, Breite 1,90 m (ohne Außenspiegeln), 2,12 m (mit Außenspiegeln), Höhe 1,66 m, Kofferraum 505 bis 1,432 l, Leergewicht 2.195 kg, zulässiges Gesamtgewicht 2.660 kg, Zuladung 465 kg, Anhängelast 2.100 kg (gebremst), 750 kg (ungebremst). Tank 50 l. Achtgangautomatik, Allradantrieb. Versicherungs-Typklassen 18 (HP), 20 (TK), 25 (VK). Preis ab 67.000 Euro.

 

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