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24.03.2018, 15:15

Feiner Offroader als Sd4-Diesel im Fahrbericht

Land Rover Discovery: Der "Disco" kann fast alles

Den Land Rover Discovery gab es schon, als das Gros der automobilen Menschheit beim Stichwort "SUV" noch ratlos das Haupt wiegte. Als SUV ist der "Disco" freilich höchst unzulänglich charakterisiert, seine Talente gehen weit über die eines Softie-Hochsitzers hinaus. Auch die jüngste und fünfte Generation ist wieder ein Geländewagen von echtem Schrot und Korn. Daran ändert auch der Umstand nichts, dass der Brite in aller Regel eine Zweitjob als Familienvan und einen dritten als Reiselimousine erledigt.

Land Rover Discovery
Land Rover Discovery: Das Design verrät einen gekonnten Brückenschlag zwischen klassisch und modern.
© Hersteller

Wie er aussieht: Zunächst mächtig, fast fünf Meter lang und 2,22 Meter breit. Nicht mehr so kantig wie die ersten Generationen, aber auch nicht so weichgespült coupéhaft wie viele Kollegen der erwähnten SUV-Fraktion. Chefdesigner Gerry McGovern hat gekonnt den Brückenschlag zwischen klassisch und modern geschafft, hat die allzu scharfen Kanten abgeschliffen, dabei aber typische Stilelemente wie die Stufe im Dach und das asymmetrisch angebrachte Nummernschild am Heck erhalten. Die Frontpartie verrät die Verwandtschaft zu anderen Modellen der Marke wie dem großen "Range" und auch dem Discovery Sport. Nur die Rückpartie wirkt nicht wirklich stimmig, sondern trotz der schieren Breite des Wagens irgendwie schmal und hoch.

Wie er eingerichtet ist: Überaus edel, und obwohl härterer Kunststoff nicht vollständig durch Abwesenheit glänzt, ist die Materialauswahl doch erlesen. Ergonomisch gibt sich das Disco-Interieur außerdem vorbildlich. Nichts ist hier verspielt, der Armaturenträger erweist sich im Gegenteil als klar und übersichtlich durchstrukturiert. Nicht jeder liebt indes den runden Drehregler für die Automatik, der nach Betätigen der Zündung in gemächlicher Eleganz aus der Mittelkonsole ausfährt. Es gibt insgesamt neun USB-Anschlüsse und einen bis zu 12,3 Zoll großen Bildschirm. Navi und Infotainment befinden sich auf dem neuesten Stand, die Bedienlogik dürfte allerdings etwas intuitiver funktionieren. Apple CarPlay und Android Auto sind noch kein Thema für den Discovery.

Wie viel Platz er hat: Dass der Disco ein stattlicher Bursche ist, prädestiniert ihn für den großfamiliären Einsatz. Auf Wunsch gibt es zwei (auch per App) ausklappbare Zusatzsitze für den Fond, die Plätze in zweiter Reihe lassen sich längs verschieben, hinter der weit aufschwingenden Heckklappe tun sich bei fünfsitziger Konfiguration 1231 Liter Stauraum auf. Kurz: An Platz herrscht kein Mangel. Die Batterie an Tastern im Gepäckraum lässt erahnen, dass hinter der Variabilität elektronische Methode steckt. Bei Bedarf lässt sich der Wagen etwas absenken, damit auch der Familienhund elastisch in sein rückwärtiges Refugium springen kann. Vielfältigen Zwecken dient die halbhohe "innere Heckklappe", die (automatisch) ausgeklappt als Sitzbank dient und hochgestellt das Ladegut in Schranken hält.

Land Rover Discovery
Interieur: Der Discovery ist edel eingerichtet, die Ergonomie vorbildlich. Nur die Bedienlogik des Infotainments könnte intuitiver funktionieren.
© HerstellerZoomansicht

Was ihn antreibt: Die Aufgabe, den gewichtig-gewaltigen Briten anzutreiben, kam in unserem Falle dem 240 PS starken und doppelt aufgeladenen Zweiliter-Sd4-Vierzylinder-Diesel aus der Ingenium-Familie zu. Den Stickoxiden rückt er mit SCR-Abgasnachbehandlung und AdBlue zu Leibe. So sahnig wie ein Sechszylinder fährt er sich nicht, doch mit 500 Nm Drehmoment im Rücken schiebt er den Discovery energisch an, befleißigt sich dabei feiner Manieren und akustischer Zurückhaltung, die in unserem Testwagen jedoch von unstandesgemäßen Windgeräuschen durchmixt wurde. Die serienmäßige 8-Gang-Automatik schaltet ebenso emsig wie treffsicher. Als Topspeed werden 207 km/h erreicht, der 0-100-Sprint erfolgt in 8,3 Sekunden.

Wie er sich fährt: Dass man sich dem Disco gern anvertraut, wenn es ums Bezwingen von Terrain geht, das selbst den wagemutigen Wanderfreund bedenklich stimmt - das liegt an seiner versierten Offroadtechnik. Allradantrieb ist serienmäßig, eh klar, aber mit Geländeuntersetzung und dazu dem optionalen All-Terrain-Response-System, das die Systeme des Wagens entweder per Vorauswahl oder gekonnt automatisch auf fünf verschiedene Untergründe - einschließlich felsigem - einstellt. Auf Wunsch kreucht der Discovery auch teilautomatisiert bergauf und bergab, was dem Fahrer manchen Schweißtropfen auf der Stirn erspart.

Derlei Härteprüfungen wird der Brite aber nur in den seltensten Fällen zu bewältigen haben. In den allermeisten Lebenslagen bekommt er es mit zivilisiertem Terrain zu tun; umso wichtiger ist es zu wissen, wie er sich auf Asphalt schlägt. Tatsächlich entwickelt das Raubein hier dank Luftfederung (teils Serie) eine ebenso sanfte wie souveräne Seite, Narben im Fahrbahnbelag werden gentlemanlike weggeschmeichelt, die herrschaftlich hohe Sitzposition auf feudalen Sesseln unterstreicht die Langstreckenkompetenz.

Agile Leichtfüßigkeit ist dagegen weniger das Ding des Disco, und auch mit den Anforderungen des Stadtverkehrs fremdelt er, dort findet der trotz Alu-Diät noch immer 2,2 Tonnen wuchtige Wagen erkennbar nicht seinen natürlichen Lebensraum.

Was er verbraucht: Der Testverbrauch pendelte sich bei durchaus akzeptablen 8,5 l/100 km ein, Diesel sei Dank. Bei forscher Fahrweise stößt man aber in zweistellige Regionen vor.

Land Rover Discovery
Kletterpartie: Der Discovery ist kein weichgespülter SUV-Softie, sondern ein Geländewagen von echtem Schrot und Korn.
© HerstellerZoomansicht

Was er bietet: Serienmäßig natürlich Allradantrieb, dann auch die Achtgangautomatik, autonomen Notfall-Bremsassistenten, Bergan- und Bergabfahrhilfe, elektronische Mittendifferenzialsperre und Traktionskontrolle, Terrain Response mit vier Modi, Luftfederung (in Verbindung mit bestimmten Ausstattungspaketen) und Wankneigungskontrolle.

Was er kostet: Dass das Gesamtpaket in eine preisliche Herausforderung mündet, ahnt man bereits. Tatsächlich kostet der Discovery 2.0 Sd4 mindestens 55.900 Euro, der topausgestattete HSE Luxury kommt gar auf 74.000 Euro, dann mit 20-Zoll-Rädern, Sitzen in Windsorleder und 14-fach elektrischer Verstellmöglichkeit für die Fahrerseite, Aufmerksamkeits- und Toter-Winkel-Assistent, Verkehrszeichenerkennung mit adaptivem Geschwindigkeitsbegrenzer, 12,3-Zoll-Screen, Meridian-Surround-Soundsystem, Digitalradio und Navi und etlichem mehr.

Was wir meinen: Der Land Rover Discovery ist ein persönlichkeitsstarker Klassiker. Kunden, die die im Bestreben nach Luxus, überreichlich Platz, hoher Anhängelast und geländetechnischer Sattelfestigkeit nicht jeden Euro umdrehen müssen, werden mit ihm hochzufrieden sein. Das gilt auch für den Vierzylinder-Diesel.

Ulla Ellmer

Die Daten des Land Rover Discovery Sd4

Hubraum 1998 ccm, Zylinder 4, Leistung 177 kW/240 PS bei 4.000/min, max. Drehmoment 500 Nm bei 1.500/min, Spitze 207 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 8,3 sec, Normverbrauch innerorts 7,6, außerorts 5,5, kombiniert 6,3 l D pro 100 km, Testverbrauch 8,5 l D/100 km, CO2-Emission 165 g/km, Schadstoffklasse Euro 6, Energie-Effizienzklasse A, Länge 4,97 m, Breite 2,07 m mit eingeklappten, 2,22 m mit ausgeklappten Außenspiegeln, Höhe 1,85 m, Kofferraum 1.231 bis 2.500 l, Leergewicht 2.184 kg, zulässiges Gesamtgewicht 3.240 kg, Anhängelast ungebremst 750 kg, gebremst 3.500 kg. 8-G-Automatik, Allradantrieb. Versicherungs-Typklassen 22 (HP), 28 (TK), 27 (VK). Preis ab 55.900 Euro.

 

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