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09.02.2018, 15:50

Sportcoupé LC 500 mit Fünfliter-Achtzylinder im Fahrbericht

Dieser Lexus lässt es fliegen

Fast ist es, als würde dieser Lexus Widerspruch einlegen, und der könnte lauter, unüberhörbarer, augenfälliger nicht sein. Widerspruch? Widerspruch gegen eine hierzulande weit verbreitete Einschätzung, die Autos Marke Lexus als blass und uncharismatisch in die Ecke stellt, des Kaufs würdig allenfalls wegen ihres Hybridantriebs, der aber nun auch nicht wirklich sexy ist. Und dann kommt da der LC 500 um die Ecke: Ein aufregendes Sportcoupé mit satten 477 PS, die von einem Fünfliter-Achtzylinder zur Verfügung gestellt werden.

Lexus LC 500
Lexus LC 500: Ein Gran Turismo zum Augenaufreißen und Ohrenspitzen. Angst vorm Auffallen darf man nicht haben.
© Hersteller

Wie er aussieht: Der LC 500 ist ein 4,77 Meter langer Gran Turismo zum Augenaufreißen und Ohrenspitzen. Angst vorm Auffallen darf man in Begleitung dieses Donnerkeils nicht haben. Das 1,35 Meter flache Luxuscoupé ist ein Blickesauger mit Magnetwirkung. Wo ein Mercedes S-Klasse Coupé die elegante Karte spielt, ist der LC 500 unverblümt auf Wirkung aus, mit Diabolo-Kühlergrill im aggressiven XXL-Format, mit zackiger Scheinwerfergrafik, ultralanger Motorhaube, athletisch schmaler Taille und - beim Sport- und Performance-Paket - imposanten, geschmiedeten 21-Zoll-Rädern. Das sind jedoch nur die die großen Eyecatcher. Zu den kleinen, aber feinen zählen die versenkten, automatisch ausfahrenden Türgriffe.

Wie er eingerichtet ist: Der Fahrgastbereich gleicht eher einem Kommandostand als dem, was man gemeinhin Cockpit nennt. Tief fällt der Fahrer in die exzellenten Sportsitze, genießt die exquisite Verarbeitung und Materialauswahl, erfreut sich an den visuellen Diensten des großen Head-Up-Displays und dem Klang des Mark-Levinson-Audiosystems mit seinen 13 Lautsprechern. Lässig liegt der Unterarm auf der extrabreiten Mittelkonsole und bedient den Mini-Wählhebel der Zehngangautomatik sowie das Touchpad, von dem aus die Bordsysteme angesteuert werden - was allerdings Fitzelkram und somit keine Ideallösung ist. Ein etwas seltsamer Anblick sind die beiden Drehregler, die seitlich aus der Instrumenteneinheit hinterm Lenkrad wachsen und über die sich die Fahrmodi sowie die Traktionskontrolle einstellen lassen.

Lexus LS 500
Fahrgastbereich: Er gleicht eher einem Kommandostand denn dem, was man so Cockpit nennt.
© HerstellerZoomansicht

Wie viel Platz er hat: Auch wenn er offiziell als 2+2-Sitzer geführt wird, so ist der LC 500 letztlich ein Fall für zwei, der Fond empfiehlt sich nicht als Aufenthaltsort. Auch der Kofferraum erweist sich als arg enges Kabäuschen, seine 197 Liter lassen selbst das Gepäckabteil eines VW Up! großfamilientauglich aussehen.

Was er leistet: Ist ein Fünfliter-V8 politisch korrekt? Wahrscheinlich nicht. Wir haben es trotzdem lieben gelernt, dieses frei atmende 477-PS-Kraftwerk ohne Turboaufladung, zumal es charakterlich durchaus vielschichtig auftritt. Das fängt beim Sound an. Der LC 500 röhrt, spratzelt, blubbert und bollert, dass es eine wahre Pracht ist, auch wenn der Nachbar am frühen Morgen über das grollende Timbre fluchen dürfte. Andererseits hat der V8-Sauger daneben eine sanfte Seele, beim relaxten Dahincruisen hält er sich stimmlich sehr viel mehr zurück. Es ist die gelassene Souveränität, die für diesen V8 einnimmt, das Wissen, dass jederzeit Kraft im Überfluss verfügbar wäre, dass man sie nötigenfalls abrufen kann, aber beileibe nicht muss. Nur fürs Protokoll sei daher vermerkt, dass der LC 500 in 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h schießt und eine Topspeed von 270 km/h erreicht.

Wie er sich fährt: Satt liegt das Lexus-Coupé auf der Straße, auf die Verlockungen kurvenreicher Streckenführung geht es gerne ein, unterstützt von einer präzisen Lenkung, einer famosen Zehngangautomatik und einer Fahrmodusauswahl, deren fünf Stufen aber gern eine größere Spreizung entwickeln dürften. Teil des Performance-Pakets (7.500 Euro) ist eine Allradlenkung, welche die Fahrdynamik noch zusätzlich befördert. In besonderem Maße spielt das erstaunlich fein und komfortable Fahrwerk seine Stärken aber beim entspannten Dahincruisen aus, eine Disziplin, die der LC 500 mit souveräner Lässigkeit beherrscht.

Lexus LC 500
Donnerkeil: Soundttechnisch spratzelt, blubbert und bollert der LC 500, dass es eine Pracht ist.
© HerstellerZoomansicht

Was er verbraucht: Wer den Lexus behutsam bewegt, kriegt einen Verbrauch von 10,7 l/100 km hin. Ansonsten haben Geldbeutel (und Umwelt) Werte um 15 l zu verkraften.

Was er bietet: Viel. Vom Panorama-Glasdach über beheizte, belüftete und zehnfach verstellbare Vordersitze, Klimaautomatik sowie Adaptivfahrwerk bis hin zum Premium-Navi gebricht es der Serienausstattung kaum an was. Hinzubuchen lassen sich drei Pakete, Touring (z. B. Head-Up-Display, Mark-Levinson-Soundsystem, 3.600 Euro), Sport (u. a. geschmiedete 20-Zoll-Alus, Carbondach, Mark-Levinson-Soundsystem, 7.100 Euro) und Performance (u. a. geschmiedete 21-Zoll-Leichtmetallräder, Allradlenkung, elektrisch ausfahrbarer Heckspoiler, Torsen-Sperrdifferenzial, 7.500 Euro).

Was er kostet: 99.200 Euro. Selbst unter vollem Ausreizen der Aufpreisliste kann die 120.000-Euro-Schmerzschwelle nicht gerissen werden.

Was wir meinen: Der LC 500 ist ein wahrhaft spektakuläres Luxuscoupé mit prachtvollem Gebaren, für das Lexus preislich keineswegs zu viel verlangt. Ach ja: Zum identischen Preis ist übrigens auch die zweite LC-Variante zu haben, der LC 500 h - mit Hybridantrieb und eingebauter Political Correctness.

Ulla Ellmer

Die Daten des Lexus LC 500

Hubraum 4969 ccm, Zylinder 8, Leistung 351 kW/477 PS bei 7.100/min, max. Drehmoment 540 Nm bei 4.800/min, Spitze 270 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h in 4,7 sec, Normverbrauch innerorts 17,4, außerorts 8,0, kombiniert 11,5 l S pro 100 km, Testverbrauch 13,4 l S/100 km, CO2-Emission 263 g/km, Schadstoffklasse Euro 6, Energie-Effizienzklasse G, Länge 4,77 m, Breite 1,92 m, Höhe 1,35 m, Kofferraum 197 l, Leergewicht 1.935 kg, zulässiges Gesamtgewicht 2.375 kg. Zehngangautomatik, Hinterradantrieb. Versicherungs-Typklassen 18 (HP), 29 (TK), 30 (VK). Preis ab 99.200 Euro

 

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