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16.02.2016, 12:26

Die Limousine unter der Lupe

Fahrbericht: Audi A4 2.0 TDI

Eigentlich ist der Audi A4 in die automobile Mittelklasse einzusortieren. Was das Großaufgebot an High-Tech und die verarbeitungstechnische Präzision betrifft, streift den Ingolstädter aber mehr als nur ein Hauch von Oberklasse. Rechtfertigt das den ambitionierten Preis?

Audi A4
A4: Mancher findet das Design uninspiriert und zu nah am Vorgänger - man kann es aber auch als wohltuend reduziert betrachten.
© Hersteller

Wie er aussieht: Der ältere Herr auf dem Bahnhofsparkplatz beweist ein Adlerauge. "Ah, der neue A4", sagt er mit Kennermiene. Tatsächlich muss man schon genau hinschauen, um diese Audi-Mittelklasse vom Vorgängermodell zu unterscheiden. In irgendwelchen Spielereien hat sich das Design der Ingolstädter noch nie verloren, und so tritt auch der aktuelle A4 - und da speziell die Limousine - wieder sachlich, beinahe unterkühlt auf. Das kann man langweilig und uninspiriert finden, genauso gut aber wohltuend reduziert.

Äußerlich, sagt Audi, markiere der A4 eine Evolution, innen dagegen eine Revolution. Das ist vor allem auf das optional erhältliche virtuelle Cockpit (500 Euro) gemünzt. Ob es gefällt, mag Geschmackssache sein, ein umfängliches Betätigungsfeld bietet es allemal. Hinter dem griffigen Lenkrad tut sich ein großes, gestochen scharfes Farbdisplay auf, das auf Tastendruck zwischen einer Navi-Darstellung im gefühlten Cinemascope-Ausmaß und der Visualisierung anderer Fahrdaten in verschiedenen Formaten wechselt. Ergänzend dazu gibt es auf dem Armaturenträger noch einen weiteren Bildschirm. Die Bedienung erfolgt über ein Touchpad, per Sprachsteuerung oder Dreh-Drück-Regler. Klappt intuitiv, klappt prima.

Virtuelles Cockpit
Virtuelles Cockpit im Audi A4: Gestochen scharfe Darstellung der Navigation im gefühlten Cinemascope-Format.
© Hersteller

Wieviel Platz er hat: In Deutschland präferieren 70 Prozent der Käufer den Kombi "Avant", wir haben uns dagegen die Limousine näher angesehen. Klar gibt es hier Abstriche beim Gepäckabteil zu machen, aber auch 480 Liter, zugänglich über eine niedrige Ladekante, sind ein Wort. Wer 380 Euro in eine umklappbare Rücksitzlehne investiert, kann bis zu 965 Liter nutzen.

Was er leistet: Es sind nicht die besten Zeiten für den Diesel. Der 190 PS starke Zweiliter-TDI zeigt indessen auf, warum sich die Spezies des Selbstzünders trotz Abgasskandals noch immer großer Beliebtheit erfreut. Leise läuft diese Maschine, agiert kultiviert und bietet mit 400 Nm ordentlich Drehmoment. Solcherart unterstützt eilt der A4 lässig bis auf ein Spitzentempo von 240 km/h.

Was er braucht: Dem Kraftstoffbudget tut dieser A4 nichts Böses an. Selbst ein beherzter Gasfuß unsererseits hatte nicht mehr als 6,4 l/100 km zur Folge, mit Bedacht pilotiert, kommt der 2.0 TDI gut mit 4,4 l klar.

Wie er sich fährt: Das Sechsganggetriebe liefert ein Musterbeispiel an exakter Schaltarbeit; mit Hilfe der erstklassigen Lenkung zirkelt der A4 sauber um die Kurven, im Handling benimmt er sich leichtfüßig und agil. Andererseits beschert das adaptive Komfortfahrwerk (980 Euro) auch die Eignung zum "durchschlagsfreien" Cruisen.

Audi A4
Fahraktiv: Im Handling benimmt sich der A4 leichtgängig und agil.
© HerstellerZoomansicht

Was er bietet: Was die Verarbeitungsqualität gerade im Innenraum betrifft, so hat der A4 den Vorsprung gegenüber seinen Mitbewerbern noch ausgebaut. Dieses Maß an Präzision und feiner Materialauswahl bekommt nicht einmal die Premiumkonkurrenz so perfekt hin. Sobald die Türen satt ins Schloss gefallen sind, kehrt zudem wohltuende Ruhe ein im Cockpit. Die Geräuschdämmung ist Extraklasse, unter anderem dank einer Akustikverglasung (150 Euro). Auf Wunsch wird der Fahrer von reichlich elektronischem Assistenz-Personal umsorgt, das geht bis hin zum teilautonomen Fahren im Stop&Go-Verkehr.

Was er kostet: Wer den Rahmen der vielen verfügbaren Optionen begeistert ausschöpft, muss damit rechnen, den Preis des A4 heftig himmelwärts zu treiben. Selbst vor dem Hintergrund des obligatorischen Mantras "Qualität hat ihren Preis" sorgt der Testwagenpreis von 56.540 Euro für leichtes Erschrecken - auch wenn hier schon Edel-Extras wie Lederausstattung, induktives Handy-Laden, die hochwertige MMI-Navigation oder das Assistenzsystem Stadt (unter anderem mit Spurwechselwarner, Querverkehrswarner und Rückfahrkamera) an Bord sind. Immerhin: Den einfachsten A4 2.0 TDI mit 190 PS gibt es "schon" zu 38.100 Euro.

Phone Box
Phone Box: Hier wird das Smartphone induktiv geladen und bekommt ein verstärktes Signal.
© HerstellerZoomansicht

Was wir meinen: Keine Frage - der Audi A4 ist ein sehr gutes Auto. Über das eher unspektakuläre Design mag man streiten, doch der Umgang mit der Ingolstädter Mittelklasse bereitet echte Freude. Die Verarbeitung verdient eine Eins mit Stern, ebenso das Bedienkonzept mit dem virtuellen Cockpit, und das Angebot an verfügbaren Extras lässt selbst in der Oberklasse verwurzelte Kunden nicht unversorgt.Auch der Preis ist allerdings als premiumwürdig zu bezeichnen. Den A4 muss man sich erst mal leisten können.

Ulla Ellmer

Die Daten des Audi A4 2.0 TDI

Hubraum 1968 ccm; Zylinder 4; Leistung140 kW/190 PS; max. Drehmoment 400 Nm bei 1750/min; Spitze 240 km/h; 0 - 100 km/h in 7,7 sec; Verbrauch/Norm 4,4, Verbrauch/Test 5,1 l D/ 100 km; CO2 113 g/km; Emissionsklasse EU 6; Länge 4,73 m; Breite 1,84 m, Höhe 1,43 m; Kofferraum 480 - 965 l; Tankinhalt 54 l; Leergewicht 1450 kg; Versicherungstypklassen 18 (KH), 24 (VK), 23 (TK); Preis ab 38.100 Euro.

16.02.16
 

kicker-sportmagazin

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