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08.02.2016, 09:06

Vergleichstest

Der Jaguar XE fährt gegen BMW 320d und Mercedes C 250 d

In der Premium-Mittelklasse sind die deutschen Hersteller nicht mehr unter sich. Mit dem Jaguar XE ist ihnen ein ernsthafter Konkurrent erwachsen, der obendrein einen klangvollen Markennamen trägt. Wie ernst müssen BMW 320d und Mercedes C 250 d den Mitbewerber nehmen? Ein Vergleich.

Jaguar XE
Jaguar XE: Leichtfüßig und agil vermittelt er viel Fahrspaß auf kurvigen Straßen.
© HerstellerZoomansicht

Gelingt es Jaguar, mit der neuen Mittelklasse-Limousine XE zu den deutschen Premium-Marken Audi, BMW und Mercedes aufzuschließen? Im Vergleich zu BMW 320d und Mercedes C 250 d zeigen sich spürbare Fortschritte in den Alltagstugenden, aber doch noch einige Schwachpunkte im Detail. Als rundum sparsame und leistungsstarke Motorisierung empfehlen sich im Segment die Zweiliter-Diesel, wobei speziell im Mercedes C 250 d ein doppelt aufgeladener 2,1-l-Selbstzünder arbeitet. Er ist mit 204 PS und 500 Newtonmetern Drehmoment der Stärkste im Trio. Die beiden anderen leisten 190 PS (BMW 320d) und 180 PS (Jaguar XE 20d). Mit 400 und 430 Newtonmetern liegen sie im Drehmoment eng zusammen. In den Fahrwerten schlagen sich die Unterschiede nicht wirklich nieder: Der Mercedes schneidet nur in der Spitze mit 247 km/h besser ab, in der Beschleunigung (bis 120 km/h) muss er dem leichteren BMW den Vortritt lassen.

Immerhin wiegt der 320d mit einem Leergewicht von 1.570 Kilo rund 120 Kilo weniger als der C 250 d. Noch erstaunlicher ist, dass der Jaguar XE 20d offenbar keinen Vorteil aus seiner Alu-Karosserie ziehen kann. Er liegt gewichtsmäßig mit rund 1.630 Kilo zwischen den beiden Rivalen. Bei den Fahrleistungswerten kann er nicht ganz mithalten.

Der Jaguar verbraucht am wenigsten

Anders sieht es beim Verbrauch aus: Hier markiert der XE 20d die Bestmarke, sowohl im genormten Mix mit 4,2 l/100 km als auch beim Praxisverbrauch. Das Resultat: Nur 6,2 Liter auf 100 Kilometern und damit 0,2 Liter (gegenüber 320d) und 0,5 Liter (gegenüber C 250 d) weniger als die Konkurrenz.

Was für viele Kunden zählt, ist der Fahreindruck. Noch immer sind hier die klassischen Tugenden zu spüren: Der Mercedes zeigt sich als solider und komfortabler Reisewagen, insbesondere mit der optionalen Luftfederung. Aber weiterhin vermittelt er in engen Kurven, erst recht bei Slalomtests, das Gefühl, einen vergleichsweise schweren Wagen zu lenken. Temperamentvoll ist er dennoch, trotz der manchmal verzögert reagierenden Siebenstufenautomatik. Doch fahrdynamisch steht er vor allem hinter dem Dreier etwas zurück.

Mercedes C-Klasse
Mercedes C-Klasse: Ein solider und komfortabler Reisewagen, insbesondere, wenn die optionale Luftfederung an Bord ist.
© Hersteller

Die Überarbeitung zum Modelljahr 2016 hat dem BMW in vieler Hinsicht gut getan: das Handling präsentiert sich auf hohem Niveau, die Lenkung reagiert noch exakter - insbesondere, wenn der Kunde das adaptive Fahrwerk und die variable Sportlenkung bestellt. Mehr denn je ist in allen Fahrsituationen die Agilität des Dreiers zu loben. Die etwas straffere Fahrwerksabstimmung wird die meisten BMW-Kunden wohl nicht stören.

Vortreffliche 8-G-Automatik im BMW

Dazu passt der neue Diesel, der jetzt spritziger und drehwilliger antritt. Nicht zuletzt sorgt die Achtgang-Automatik immer für die richtige Fahrstufe, die sie vortrefflich harmonisch einlegt. Allerdings wäre die Laufkultur des Motors noch ein bisschen zu verbessern.

Jaguar geht mit dem XE seinen eigenen Weg. Bei der Abstimmung kommen weder Agilität noch der Komfort - trotz insgesamt straffer Auslegung - zu kurz. Auf kurvigen Strecken vermittelt er reichlich Spaß durch eine gelungene Balance und gewisse Leichtfüßigkeit. Ein paar Möglichkeiten zum Feinschliff bleiben freilich noch offen. Beim Kaltstart (gestartet wird per Knopfdruck) läuft der Diesel durchaus hörbar. Die Wahl der Gänge der Achtstufen-Automatik ist nicht immer schlüssig. Wer besonders sparsam anfahren will, hat wenig Chancen, durch geringen Gaspedaldruck frühere Schaltpunkte einzuleiten. Insgesamt könnte manches im Antrieb geschmeidiger ablaufen.

Zuladung: Der Mercedes landet in der Mitte

Keine Frage, der Jaguar XE gefällt schon durch sein Coupé-artiges Gewand. Soll nicht heißen, dass die anderen im Segment nicht auch ihre optischen Reize haben. Aber der Kunde sollte die Nachteile des Konzepts, wie den eingeschränkten Platz im Fond oder die mäßige Sicht nach hinten, kennen. Und wenn wir schon dabei sind: Die Sitzposition ist recht tief, was den einen erfreuen mag, den anderen vielleicht weniger. Der Kofferraum (450 l) entspricht fast dem klassenüblichen Format, aber der Ladeboden ist nicht ganz eben und die Heckklappe ziemlich klein. Stichwort Zuladekapazität: Die ist beim XE am höchsten, beim Dreier am geringsten. Bei der Bedienung (Touchscreen, Drehregler für Automatik, etc.) weiß man nicht immer, ob die hier praktizierten "besonderen" Lösungen wirklich praktischer als die üblichen sind.

BMW 3er
3er BMW: Das Handling bewegt sich auf hohem Niveau, die Agilität ist in jeder Fahrsituation zu loben.
© HerstellerZoomansicht

Jaguar ruft für den XE 2.0 Prestige, den es im Gegensatz zu den Konkurrenten nicht als Kombi gibt, einen Preis von 41.250 Euro auf (Basis ab 36.500 Euro). Damit ist er deutlich günstiger als der BMW 320d Luxury Line für 44.950 Euro und der Mercedes C 250 d Avantgarde mit 45.428 Euro. Für den XE sprechen auch die vor allem gegenüber der C-Klasse umfangreiche Serienausstattung und die Drei-Jahres-Garantie inklusive Inspektion.

Auch ohne den Preisvorteil setzt die Raubkatze Jaguar mit dem XE zum großen Sprung nach vorne an. Die Gegner machen es ihm nicht leicht, aber der Brite hat das Zeug zum Rivalen für die etablierte Premium-Mittelklasse.

Neuer Mitbewerber aus Ingolstadt

Frisch auf dem Markt ist die jüngste Generation des Audi A4 als Limousine und Avant. Und eine starke Konkurrenz für den Jaguar XE, wie es sogar bei Jaguar heißt. Als Motorisierung ist gegen das hier angetretene Trio der 2.0 TDI mit 190 PS passend. Sein Norm-Verbrauch wird mit 4,0 l/100 km angegeben, im ersten Praxistest sind es durchschnittlich 6,4 l/100 km. Zu den Stärken des A4 zählen das sehr ausgewogene Gesamtpaket, darunter das gute Komfort- und Platz-angebot, die vorzügliche Laufkultur des Dieselmotors und die ausgezeichneten Bremsen.

Ingo Reuss

08.02.16
 

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