
Wie er aussieht: Ford hat den neuen Focus ordentlich geschärft, das ist kein optischer Langweiler und auch keiner von der Sorte Einheitsbrei. Mithin eine ansehnliche Schräghecklimousine, die vor allem durch das recht markant ausgeformte Heck auffällt. Geht also insgesamt in Ordnung.
Wie viel Platz er hat: Vorne kommt keine Enge auf, hinten geht es so. Zwar stößt man mit dem Kopf kaum ans Focus-Dach, aber groß gewachsene Menschen müssen schon ein wenig "einfädeln", um die Beine verstauen zu können. Der Kofferraum lässt sich, wie gewohnt erweitern. Und zwar auf bis zu 1148 l. Im Normalfall sind es, bei aufgestellten Rückenlehnen, 364 Liter. Gerade mal Klassendurchschnitt.

Was er leistet: Die scheinbare Achillesferse des mit 4,36 m Länge nicht gerade kleinen und fast 1300 kg Gewicht auch nicht ultraleichten Kölner. Denn: Ein 1,0-l-Dreizylindermotor geht ans Werk. Doch der hat es in sich, leistet 100 PS und fährt sich bestens. Durchzugsstark, gut auf Gaspedalbewegungen ansprechend - das ist ein kleines technisches Wunderwerk. Hut ab vor dieser Ingenieursleistung!
Was er braucht: Etwas mehr, als man von der Dreizylinder-Technik erwartet. 6,5 l Super waren es im Schnitt. Zwar lassen sich Verbrauchswerte von unter sechs Litern je 100 km locker realisieren, schwimmt man aber auf der Autobahn mit Tempo 130 bis 150 im Verkehr mit, verlangt das kleine Triebwerk doch nach mehr Sprit (7,2 bis 7,9 l).
Wie er sich fährt: Bestens. Auch hier muss man sagen: Lob wem Lob gebührt. Der Focus folgt willig den Einschlägen der präzisen und guten "Fahrbahnkontakt" bietenden Lenkung. Er gibt sich spurtreu, wendig und fahragil. Nur bei voller Beladung sollte man etwas weniger abrupt am Volant drehen, denn da zeigt sich der sonst topsichere Wagen ein klein wenig nervöser. Und wie verhält sich der Dreizylindermotor? Erstaunlich kultiviert. Er lässt kaum hören/spüren, dass da ein Topf weniger verbaut worden ist.
Was er bietet: Sehr gute Verarbeitung und hochwertige Materialien im Innenraum. Gute Sitze, ein prima funktionierendes Start-Stopp-System. Unproblematische Bedienung, aber in der Top-Ausstattung (Titanium) auch viele (zu viele?) Schalter, Hebel und Tasten. Nachts, wenn alles beleuchtet ist, wähnt man sich (zumindest bei Ausstattung mit Individual-Stylingpaket und Navi) fast im Cockpit eines Jumbo-Jets. In der genannten Variante ansonsten umfangreiche Ausstattung, es bleiben wenig Wünsche offen.

Was er kostet: Der Fünftürer kommt in der erwähnt gut gerüsteten Titanium-Ausstattung auf 22050 Euro. Wer sich mit Ambiente- oder Trend-Ausstattung begnügt, ist schon mit 18050 bzw. 19700 Euro dabei.
Was wir meinen: Beim diesem Focus ist es ausgerechnet und unerwarteter Weise der Dreizylindermotor, der eine gewisse Faszination ausübt. Und der, zumindest bei zurückhaltender Gangart, auch den Spar-Erwartungen gerecht wird.
Gerhard Windpassinger
Hubraum 998 ccm; Leistung 74 kW/100 PS PS; max. Drehmoment 170 Nm bei 1500 min; Höchstgeschwindigkeit 186 km/h; Beschleunigung 0-100 km/h in 12,5 sec; Verbrauch Norm 4,8 l/S je 100 km (CO2-Emission 109 g/km); Verbrauch/Test 6,5 l/S je 100 km; Länge 4,36 m; Kofferraum 364 bis 1148 l; Leergewicht 1279 kg. Preis: 22050 Euro.
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