
Wie er aussieht: Mazda hat sich alle Mühe gegeben, seinem Familientransporter so was wie Dynamik auf den 4,58 m langen Leib zu zeichnen. Trotz der schwungvollen Welle entlang der Seitenlinie bleibt die Ausstrahlung aber eher unspektakulär. Das gilt auch für den Innenraum, wo vergleichsweise schlichte, in einfachen Kunststoff gegossene Zweckmäßigkeit über Atmosphäre triumphiert. Vor allem Mitbewerber wie VW Touran und Sharan, aber auch der neue Opel Zafira haben da mehr zu bieten. Aber: Zu Lasten der Verarbeitungsqualität geht die solcherart praktizierte Funktionalität keineswegs.
Wie viel Platz er hat: Es wäre ein Wunder, wenn das nicht die starke Seite des Mazda 5 wäre. Ist es auch! Sowohl in erster wie auch in zweiter Reihe sitzt es sich selbst dann ausgesprochen kommod, wenn man von stattlicher Statur ist. Der Zustieg erfolgt bequem, die van-typisch erhöhte Sitzposition erleichtert die Übersicht übers Verkehrsgeschehen. Dank der praktischen Schiebetüren (ab Top-Ausstattung "Sports-Line" sogar elektrisch) artet auch das Entern des Fonds keineswegs zur Kletterei aus. Sie öffnen sogar weit genug, um die (ab mittlerem "Center-Line"-Level obligatorischen) beiden Plätze in dritter Reihe komplikationslos zu erreichen. Dort sollten allerdings nur Kinder untergebracht werden, Erwachsene müssen sich ganz hinten schon arg verbiegen. Familien sollten zudem wissen, dass Isofix-Kindersitzbefestigungen nur bei den äußeren Sitzen der zweiten Reihe vorhanden sind. Praktisch aber: Der Mittelsitz lässt sich mit wenigen Handgriffen in eine Armlehne umwandeln oder durch eine Ablage-Box ersetzen. Überhaupt können sämtliche rückwärtigen Sitze kurzerhand flachgelegt werden, die Plätze in dritter Reihe verschwinden unabhängig voneinander im Fahrzeugboden und werden durch lässiges Ziehen an einem Riemen von dort wieder ans Tageslicht befördert.
Das Gepäckabteil fasst bei fünfsitziger Konfiguration 426 l, bei siebensitziger nur noch magere 112 l. Wer den Mazda 5 als puren Zweisitzer nutzt, muss dank 1485 l Fassungsvermögen auch vor dem Ikea-Regal nicht kapitulieren.

Was er leistet: Der 115 PS starke 1,6-l-MZR-Diesel ist die vielleicht angenehmste Art, den Mazda 5 zu motorisieren. Über ein Drehzahlband von 1750 bis 2500 Nm stellt er sein maximales Drehmoment von 270 U/min bereit, das sorgt für prima Elastizität und Durchzug, genug jedenfalls, um Überholmanöver ohne Schweißperlen auf der Stirn zu absolvieren. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h reicht für zügige Fahrten in Richtung Urlaub allemal aus. Die Geräuschkulisse ist zwar von hörbarem Diesel-Odeur durchzogen, vor allem beim Kaltstart, unangenehm klingt das aber nicht. Bei höherem Tempo säuseln allerdings vernehmliche Windgeräusche durchs Wageninnere.
Was er braucht: Nach Werksangaben durchschnittlich 5,2 l/100 km, CO2-Ausstoß entsprechend 138 g/km. Wer davon absieht, heftig "pedal to the metal" zu geben, das Gaspedal also exzessiv durchzudrücken, kommt auch in der Praxis mit günstigen Verbrauchswerten um die sechs Liter davon. Was fehlt, ist eine Schaltpunktanzeige einerseits und eine Start-Stopp-Automatik andererseits, wäre beides an Bord, ging's vielleicht noch ein bisschen günstiger. Wie er sich fährt: Ziemlich angenehm. Den Fahrwerksingenieuren ist ein alltagskonformer Mix aus Komfort und Sicherheit gelungen, im Grenzbereich verhält sich der Mazda-Van gutmütig untersteuernd, treibt also auch hier nicht die bereits erwähnten Schweißperlen aus den Poren. Das Sechsganggetriebe (Automatik gibt's für den Diesel nicht) lässt sich präzise schalten und passt gut zur Motorcharakteristik und deren Sparambitionen, die präzise Lenkung leistet ihren Beitrag zur Handlichkeit des Japaners.
Was er bietet: Serienmäßig schon eine ganze Menge, alsda wären fürs "Center-Line"-Modell beispielsweise Audiosystem mit Aux-Anschluss und Lenkradbedientasten, Klimatisierungsautomatik, Aluräder, elektrische Fensterheber vorn und hinten, ABS, Traktionskontrolle, ESP, sechs Airbags und Notbrems-Warnblinkanlage. Zum Aufpreis von 720 Euro gibt es ein TomTom-Navisystem plus 5,8-Zoll-Touchscreen und integrierter Freisprecheinrichtung via Bluetooth - gebunden jedoch an die Order des "Trend"-Pakets (1190 Euro, u. a. Sitzheizung, Einparkhilfe, Freisprecheinrichtung und Tempomat).

Was er kostet: Der Mazda 5 1,6 l MZ-CD-Diesel "Center-Line" steht ab 25090 Euro in der Preisliste. Als fünfsitzige Einstiegsvariante "Prime Line" schlägt er mit 22790 Euro zu Buche, als Topmodell "Sports-Line" (u. a. Xenon-Hauptscheinwerfer, elektrische Schiebetüren, Lederausstattung) ab 28490 Euro.
Was wir meinen: Der Mazda 5 gewinnt sicherlich keinen Designpreis, auch das schmucklose Ambiente im Innenraum lässt es etwas an Wohnlichkeit vermissen. In Sachen Funktionalität kann der Japaner aber punkten, und der durchzugsstarke, sparsame Diesel-Motor ist eine Empfehlung wert. Als Preisbrecher agiert der Van in Center-Line-Version nicht, angesichts der gebotenen Ausstattung gehen die Konditionen jedoch völlig in Ordnung und sind absolut konkurrenzfähig. Zumal nicht jeder Mitbewerber Schiebetüren und eine serienmäßige dritte Sitzreihe im Portfolio hat.
Ulla Ellmer
Hubraum 1560 ccm, Leistung 85 kW/115 PS, max. Drehmoment 270 Nm bei 1750 bis 2500/min; Höchstgeschwindigkeit 180 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h in 13,7 sec; Verbrauch/Test 6,1 l/D je 100 km; CO2-Emission 138 g/km; Länge 4,58 m; Kofferraum 112 bis 1485 l; Tank 60 l; Leergwicht 1490 kg. Preis: 25090 Euro.
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