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27.03.2012, 14:52

Der Opel Ampera im Fahrbericht

Elektroauto mit Lebensversicherung

Ist er nun ein pures Elektroauto oder doch "nur" ein Plug-In-Hybrid? Egal: Den Nutzer des gerade zum "Car of the Year" gekürten Opel Ampera interessiert letztlich nur, ob das neuartige technische Konzept funktioniert. Und das tut es, erstaunlich gut sogar: Ein E-Motor bringt bis zu achtzig Kilometer weit, für die darüber hinausgehende Mobilität ist ein Verbrennungsmotor zuständig - quasi als Lebensversicherung für uneingeschränkte Alltagstauglichkeit.

Nicht nur der voluminösen, bumerangförmigen Scheinwerfereinheiten wegen sieht der Ampera angemessen futuristisch aus.
Nicht nur der voluminösen, bumerangförmigen Scheinwerfereinheiten wegen sieht der Ampera angemessen futuristisch aus.
© HerstellerZoomansicht

Wie er aussieht: Betont futuristisch, spacig geradezu. Der Ampera zeigt auch stilistisch, dass er anders ist als andere. Voluminöse, bumerangförmige Scheinwerfereinheit, hohes Heck (der Aerodynamik wegen). Eleganz auf elektrisch! Einen zwiespältigen Eindruck hinterlässt hingegen die Cockpitgestaltung. Klar ist es ungemein informativ, sich über gleich zwei Displays auf dem Laufenden zu halten, was Energieflüsse, Reichweite, Ladezustand und andere Parameter betrifft. Einer gewissen Einarbeitungszeit bedarf es aber schon, sich den richtigen Durchblick zu verschaffen, und auch die kleinen Sensortasten am Armaturenträger sind eine recht fitzelige Angelegenheit.

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Wieviel Platz er hat: Richtig viel! Fahrer und Beifahrer geht's bestens im Ampera, reichlich Reck- und Streckfaktor selbst für Personen mit Gardemaß. Hinten stellt der Ampera Sitzgelegenheiten für zwei weitere Passagiere bereit, auch die haben keinerlei Grund, über räumliche Nöte zu klagen. Alles üblicher Limousinen-Standard und zudem sehr komfortabel. Das Gepäckabteil hingegen fällt schon etwas weniger üppig aus, es offeriert gerade Mal 310 l Stauraum. Vor allem aber sind nur eher dürftige 286 kg Zuladung erlaubt.

Was er leistet: Das Spannendste am Ampera, deshalb auch etwas ausführlicher geschildert: Als Antriebsquelle dient ein 150 PS starkes Elektroaggregat, das für eine Reichweite von 40 bis 80 km ausreicht und eine Spitze von rundweg autobahntauglichen 161 km/h ermöglicht. Hat die 16-kWh-Batterie das Minimum erreicht, wird - unter unmerklichem Übergang - ein 1,4-l-Verbrennungsmotor mit 86 PS aktiv. Der treibt dann einen Generator zur Stromerzeugung für den E-Motor an. Insgesamt ist so ein Aktionsradius von rund 500 km drin. Reichweitenangst und die Sorge, mit leergesogenen Akkus irgendwo liegenzubleiben, sind so kein Thema mehr. Zum Aufladen - das dauert vier Stunden - geht's komplikationsfrei an die Haushaltssteckdose.

Bilder vom "Car of the Year"
Ampera: Elektroauto mit Lebensversicherung
Das hoch gezogene Heck bewirkt optimierte Windschlüpfigkeit. Kehrseite der Medaille ist die schlechte Übersicht nach hinten.
Die Aerodynamik macht's

Das hoch gezogene Heck bewirkt optimierte Windschlüpfigkeit. Kehrseite der Medaille ist die schlechte Übersicht nach hinten.
© Hersteller

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Selbst unter harten winterlichen Bedingungen (bis zu minus vierzehn Grad) und unter Einsatz von Verbrauchern wie (Sitz-)Heizung brachte es unser Test-Ampera noch auf einen respektablen Aktionsradius von 43,8 km. Das reichte, um vom Vorort in die City und wieder zurück zu pendeln. Bei täglichem Aufladen ist im Idealfall also eine Arbeitswoche ohne Spritfassen drin.

Wer vorausschauend fährt und die Energieflussanzeige am Armaturenträger im Blick behält, kann durch Rekuperieren auch Energie zurückgewinnen. Eine lange Autobahnabfahrt bescherte uns so vier zusätzliche E-Kilometer.

Was er braucht: Kostenfrei ist auch elektrisches Fahren nicht - klar. Die erwähnten 43,8 km schlugen an der Steckdose mit 10,5 kWh Strom zu Buche, mithin etwa 2,15 Euro. Wurde der Verbrennungsmotor als Generator aktiv, so nötigte er dem immerhin 1,7 Tonnen schweren Ampera 6,7 l Normalsprit je 100 km ab.

Wie er sich fährt: Das flüsterleise Fahren im Elektrobetrieb erweist sich als ziemlich erfreuliche Angelegenheit. Dem gleichmäßig hohen Drehmoment von 370 Nm ist es geschuldet, dass der Stromer wie am Schnürchen hochzieht. Nicht ganz so kultiviert und bei höherem Tempo etwas brummig lässt es der Verbrennungsmotor angehen. Standesgemäß hoch fällt der Fahrkomfort aus. Erwähnt werden muss allerdings auch, dass die Sicht nach hinten durch das hochgezogene Heck eingeschränkt ist, Parkpiepser und Rückfahrkamera müssen hier Orientierungshilfe leisten.

Was er bietet: Ausstattung bis zum Abwinken. Vor allem in der luxuriösen ePionier-Edition, die serienmäßig ein Navi-Audio-Paket mit Bose-Soundsystem, Rückfahrkamera plus Parkpilot und Metallic an Bord hat. Alles andere als spartanisch aber auch das Einstiegsmodell "Komfort", ab Werk mit Klimaautomatik, Leder, Sitzheizung, schlüssellosem Zugang, Tempomat und Audioanlage bestückt.

Was er kostet: 45500 Euro als "Komfort", 49200 Euro als "ePionier". Das ist happig.

Was wir meinen: Anders als im Ampera mit seiner Doppelstrategie gegen die Reichweitenangst kann Elektromobilität im Augenblick nicht funktionieren. Dank seines komfortablen Fahrverhaltens, des großzügigen Raumangebots und des weitgefassten Aktionsradiusses ist er rundum alltagstauglich und erspart - anders als pure Elektrofahrzeuge - einen Zweitwagen. Die Adressaten des Ampera sind Kunden, die ihre tagtägliche (Pendel-)Mobilität elektrisch absolvieren möchten, für gelegentliche Langstreckentouren aber weitergehende Reserven benötigen. Allerdings: Sich solcherart als Elektropionier zu betätigen, erfordert den Aufwand eines ziemlich stattlichen Liebhaberpreises.

Ulla Ellmer

Die Daten des Opel Ampera:

E-MOTOR: Leistung 111 kW/150 PS; max. Drehmoment 370 Nm. RANGE-EXTENDER-BENZINMOTOR: Leistung 63 kW/86 PS; Hubraum 1398 ccm; max. Drehmoment 130 Nm bei 4250/min; Höchstgeschwindigkeit 161 km/h; Beschleunigung 0-100 km/h 9,0 sec; Verbrauch/Strom rechnerisch 16,9 kWh je 100 km, im Test 10,5 kWh für 43,8 km; Verbrauch/Kraftstoff 1,2 l/N für die ersten 100 km, im Test 6,7 l/100 km ohne Elektroanteil; CO2-Emission 27 g/km für die ersten 100 km; Länge 4,50 m; Kofferraum 310 l; Tank 35 l. Leergewicht 1732 kg. Preis: ab 45500 Euro.

27.03.12
 
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