Europapokal der Pokalsieger, Finale: Größter Erfolg der Vereinsgeschichte
Yoon ist der Held des HSV
Mit 33:37 (13:16) verloren die Hamburger in der "Höhle des Löwen" beim spanischen Vertreter Ademar Leon. Weil das Hinspiel aber mit 28:24 an den HSV gegangen war, reichte die Mehrzahl an Auswärtstoren für den Titel. 6000 Fans im ausverkauften Palacio de las Deportes sahen bereits nach acht Minuten eine 5:2-Führung ihrer Mannschaft, der HSV schien schon früh den Vorsprung aus dem Hinspiel aufzubrauchen. Das Team von Trainer Martin Schwalb fing sich jedoch rasch – nach 21 Minuten glich Weltmeister Torsten Jansen zum 10:10 aus. Die Spanier ließen in der Folge nicht locker und wussten die immer häufiger werdenden Fehler auf Seiten der Gäste zu nutzen. Nach 25 Minuten war der Vier-Tore-Rückstand dann tatsächlich erstmals wettgemacht (14:10), mit 16:13 ging es schließlich in die Pause.
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Als dann auch noch Bertrand Gille nach 46 Minuten wegen groben Foulspiels mit "Rot" vom Feld musste, schien Leon endgültig im Vorteil, doch die Hamburger zeigten, warum sie auch in der Bundesliga noch Chancen auf den Titel hatten. Mit Nervenstärke machten sie auch nach dem Feldverweis Tor um Tor wett, wenig später glich Stefan Schröder wieder aus. Die Spanier wurden immer hektischer, die Schlussphase war ein einziger Kampf – den schließlich der HSV gewann. Und das, obwohl nach 57 Minuten die Hamburger erstmals Tore machen mussten, fünf Tore betrug der Rückstand. Doch dann kam Yoon: Der Südkoreaner, der mit zehn Treffern bester Werfer seines Teams war, machte wenige Sekunden vor Schluss den entscheidenden Treffer und wurde so zum umjubelten Hamburger Helden. Da störte es auch nicht, dass in der Schlussminute noch Schröder wegen einer Unsportlichkeit die Rote Karte sah.
Damit bleibt der Cup der Pokalsieger in deutscher Hand: Seit dem Sieg des VfL Gummersbach 1978 gingen nun bereits neun Titel an deutsche Mannschaften. Zuletzt hatte vor sechs Jahren die SG Flensburg Handewitt triumphiert.
An Schlaf war nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte nicht zu denken. Es wurde nonstop-Party gemacht. Bereits auf dem Weg vom Flughafen zum Rathaus, wo am Montagnachmittag der Titelgewinn mit zahlreichen Fans gefeiert wurde, musste der Bus an der ersten Tankstelle anhalten, um für Biernachschub zu sorgen. Wie viele Anhänger die Truppe empfingen? "Da sind ja mindestens sieben Mal mehr Fans als bei unserem DHB-Pokalsieg im vergangenen Jahr", schätzte Stefan Schröder ungläubig. "Zehn Mal mehr", meinte Trainer Schwalb, der anfügte: "Wir sollten diesen Tag genießen. Für Hamburg ist das etwas ganz Besonderes."
Ademar Leon – HSV Hamburg 37:33 (16:13)
Tore für Hamburg: Yoon (10/1), B. Gille (8), Schröder (4), Hens (4), Jansen (3), G. Gille (2), Lijewski (2). - Zuschauer: 6000
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