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26.05.2012, 16:04

FIWC: Interview mit dem WM-Dritten Kai Wollin

"Es ist überragend, was hier abgelaufen ist"

Der Düsseldorfer Kai Wollin war der einzige deutsche Teilnehmer beim Grand Final des FIFA Interactive World Cups (FIWC) in Dubai, der 23-Jährige beendete das Turnier auf einem starken dritten Platz. kicker online sprach am Finalabend vergangenen Mittwoch mit dem angehenden BWL-Studenten und Fan von Borussia Dortmund über das Erlebnis Dubai, Trainingsintensität, Nervenstärke, Zlatan Ibrahimovic, schmerzende Füße und eine nicht vorhandene Playstation.

Kai Wollin
Konzentriert vor der unbekannten Konsole: Kai Wollin.
© kicker

kicker: "Kai, Glückwunsch zum dritten Platz. Im Halbfinale hast Du gegen den späteren Weltmeister Alfonso Ramos leider verloren. In der Vorrunde hast du ihn noch geschlagen. Woran hat es gelegen?"

Kai Wollin (23): "Ich habe am Anfang zwei sehr gute Chancen gehabt, einen Elfmeter nicht bekommen und dann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das Gegentor eingefangen. In der zweiten Hälfte musste ich irgendwann aufmachen und habe in der 80. Minute das 0:2 kassiert. Ich bin leider nicht richtig zum Flanken gekommen. Alles in allem war das schon sehr unglücklich."

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kicker: "Jetzt überwiegt natürlich noch die Enttäuschung, aber eigentlich kannst Du mit Deinem Debüt beim FIWC doch sehr zufrieden sein, oder?"

Wollin: "Das stimmt, jetzt bin ich zwar enttäuscht, aber wenn mir vorher jemand prophezeit hätte, dass ich hier Dritter werde, hätte ich sofort eingeschlagen. Ich habe selbst ja nicht einmal eine Playstation und bin nur mit der Vorbereitung vom Computer hier angetreten. Außerdem bin ich gerade am Ende meiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann und konnte wegen der Vorbereitungen auf die Abschlussprüfung gar nicht so viel trainieren."

kicker: "Wie viel Zeit investierst Du denn eigentlich ins Training?"

Wollin: "Ich versuche, täglich eine Stunde zu trainieren, das sind ungefähr drei Spiele. Für mehr reicht es meistens nicht. Wenn es die Zeit zulässt, sind es vor so einem Großevent manchmal auch zwei, drei Stunden am Tag."

kicker: "Beim Fußball mit Christian Karembeu und Luca Toni haben wir am Finaltag gesehen, dass Du auch selbst mit dem Ball umgehen kannst. Hilft Dir das beim virtuellen Spielen?"

Wollin: "Ich würde das eher umgekehrt sehen. Wenn man FIFA spielt, dann sieht man die Spielzüge, sieht was möglich ist und versucht, es auch im Fußball umzusetzen."

kicker: "Spielst du privat auch aktiv im Verein?"

Wollin: "Ich habe zehn Jahre gespielt, unter anderem auch zwei Jahre bei Fortuna Düsseldorf, aber dann hat es mir nicht mehr so viel Spaß gebracht und deshalb habe ich aufgehört."

kicker: "Wie hast du dich für das Grand Final qualifiziert?"

Wollin: "Ich habe mich beim Vorentscheid in Köln für das Drei-Länder-Finale in Zürich mit den besten Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz qualifiziert. Da habe ich dann gewonnen und mir das Ticket für Dubai gesichert."

kicker: "Davor warst du ja schon Weltmeister am PC."

Wollin: "Genau, aber ich habe vorher noch nie an der Playstation gespielt, von daher war das schon eine große Umstellung."

kicker: "Und du hast selbst wirklich keine Playstation?"

Wollin: "Nein, und so gut wie es hier gelaufen ist, werde ich mir wohl auch keine kaufen."

kicker: "Wo genau liegen die Unterschiede?"

Wollin: "Das Spiel ist langsamer, die Spieler passen und schießen ein bisschen anders - es sind immer so kleine Unterschiede, die insgesamt aber ins Gewicht fallen. Bei den Spielversionen davor war es aber extremer. Jetzt ist der Unterschied geringer geworden, deswegen kam ich relativ gut zurecht."

kicker: "Hast du damit gerechnet, dass du so weit kommst?"

Wollin: "Sich Ziele zu setzen, ist immer so eine Sache, wenn man sich selber gar nicht einschätzen kann. Ich bin einfach hergefahren und habe ohne Druck gespielt."

kicker: "Haben Dich Deine Gegner ernst genommen oder waren sie doch überrascht, wie stark Du hier gespielt hast?"

Wollin: "Ich glaube, dass sie schon wussten, dass ich schon auf dem PC Weltmeister geworden bin, aber ich denke nicht, dass sich mich hier als Favoriten angesehen haben."

FIFA Interactive World Cup
Zwischen Luxus und Konsolen: Das Grand Final 2012
Burj Al Arab

Willkommen in Dubai, Schauplatz des FIFA Interactive World Cup 2012
© FIFA

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kicker: "Kommen wir kurz zum Spiel an sich. Welche Rolle spielt dabei eine gewisse Nervenstärke?"

Wollin: "Das ist auf jeden Fall ein wichtiger Faktor. Man muss immer mental auf der Höhe bleiben. Wenn man die Nerven nicht behält, kann es leicht sein, dass man rausfliegt. Je mehr Erfahrung man hat, desto besser ist das generell für so ein Turnier."

kicker: "Also ist es auch ein Vorteil, wenn man schon mal bei einem Live-Event dabei war, als wenn man sich nur über die Online-Spielzeiten qualifiziert hat?"

Wollin: "Ja, definitiv. Dann weiß man schon, worauf es ankommt und wird nicht so schnell nervös."

kicker: "Das Spielen im Stehen kanntest Du trotzdem noch nicht."

Wollin: "Das stimmt, bisher habe ich grundsätzlich immer im Sitzen gespielt. Vor allem nach dem zweiten Tag war ich deshalb ziemlich k.o. Aber das ging den anderen vielleicht auch so."

kicker: "Bei der Teamwahl fällt auf, dass in diesem Jahr fast alle mit Real Madrid gespielt haben. Du hast auf den AC Mailand gesetzt, warum?"

Wollin: "Die meisten spielen mit Real, weil sie schnell nach vorne spielen und versuchen, die Schnelligkeit von Cristiano Ronaldo auszunutzen. Ich baue das Spiel lieber ein bisschen langsamer auf, komme über die Flügel und flanke in die Mitte auf Zlatan Ibrahimovic oder Pato, das sind beides gute Kopfballspieler."

kicker: "Wirst Du nächstes Jahr auch wieder versuchen, Dich für das Grand Final zu qualifizieren?"

Wollin: "Ich denke schon. Der Weg ist in Deutschland zwar sehr, sehr hart, weil es wirklich nur einen Platz gibt, aber ich werde es auf alle Fälle probieren."

kicker: "Wie war das ganze Erlebnis hier in Dubai? Die FIFA hat da ja schon sehr viel aufgefahren."

Wollin: "Ja, das ist wirklich unglaublich, wenn man bedenkt, dass ich jetzt sechs Tage in Dubai war. Wir haben so viel gesehen, waren in der Wüste, in einem Aquapark, haben einen Rundflug über Dubai gemacht, waren im teuersten Hotel und dem höchsten Gebäude der Welt...das kann man kaum noch steigern. Es ist schon echt überragend, was hier abgelaufen ist."

Interview: André Dersewski

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