Im Kasten der Elf der Besten nach der Hinrunde steht etwas überraschend Stuttgarts Sven Ulreich. Nach der von Höhen und Tiefen bestimmten Vorsaison konnte der 23-Jährige in dieser Spielzeit bis dato voll überzeugen. Immerhin vier Mal spielte er "zu Null", gerade bei den Heimspielen gegen Schalke zum Auftakt (3:0) oder Dortmund (1:1, 11. Spieltag) sicherte Ulreich mit einer starken Leistung (jeweils Note 1,5, Spieler des Spiels) den Schwaben die Zähler. Am finalen Spieltag 2011 konnte er allerdings trotz überragender Leistung die 0:1-Niederlage seines VfB in Wolfsburg nicht verhindern, wenigstens die Manager konnten sich erneut über den SdS mit der Note 1,5 freuen. Hinter Ulreich ist das Gedränge bei den punktbesten Torhütern groß, Keeper wie Leno, ter Stegen oder Weidenfeller haben nur minimal weniger Punkte gesammelt. Dennoch ist Ulreich mit einem Schnitt von 2,59 notenbester Schlussmann der Bundesliga.
Die Verteidigung wird angeführt von Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels. Der 22-Jährige beendete bereits die Meistersaison mit 213 Zählern als punktbester Defensiv-Akteur, und auch in dieser Spielzeit trug er seinem gestiegenen Marktwert (von 4,5 auf 6 Millionen Euro) mit 110 Punkten Rechnung, auch wenn ihm noch die ganz großen Spieltage (kein Treffer bis dato) fehlen. Ebenfalls mit dabei in der Top-Elf ist Bayern Münchens Holger Badstuber, der seine gute Form aus der WM-Saison 2010 wieder gefunden hat. Vergangene Spielzeit etwas enttäuschend, sorgte er nun im Verbund mit Neuer & Co. wieder dafür, dass der Rekordmeister mit lediglich zehn Gegentoren die beste Abwehr der Liga stellt. Der dritte Platz in der Top-Elf-Defensive gehört eigentlich Teamkollege Daniel van Buyten, der bei gerade einmal zwölf Einsätzen vier Tore erzielte und 79 Zähler sammelte. Doch da mit Ribery, Gomez und Badstuber bereits drei FCB-Akteure dabei sind, rutscht Gladbachs Dante mit 75 Punkten nach, dessen Leistung aber nicht minder hoch einzuschätzen ist. Jede Minute in den 17 Partien stand der Brasilianer auf dem Platz und war eine der tragenden Säulen bei Gladbachs Höhenflug, der aktuell die Borussia auf Platz vier der Tabelle führt.
Die wohl größte Überraschung dieser Saison ist das überragende Abschneiden von Mönchengladbachs Marco Reus. Vergangene Saison in der Relegation gerade noch so dem Abstieg entronnen, spielte die Borussia und allen voran Reus bisher eine tolle Serie und rangiert nur einen Punkt hinter dem Zweiten BVB auf Rang vier. Zehn Tore gelangen dabei dem Jung-Nationalspieler, der mit 164 Punkten bester Akteur der Liga ist. Nur Hoffenheims Vedad Ibisevic war übrigens 2008/09 mit 176 Zählern nach 17 Spieltagen besser. Bei sechs Auftritten hatte Gladbachs Flügelspieler eine eins vor dem Komma in Sachen Note, dabei gelang ihm auch stets der Sprung ins Dream Team des Spieltags, was ebenfalls Bestwert ist. Nicht viel schlechter schnitt bislang Bayerns Franck Ribery (137 Zähler) ab, der bisher sagenhafte acht Tore und neun Assists lieferte. Der Franzose rechtfertigte seinen hohen Marktwert (8,5), schmälerte seine starke Vorrunde aber ein wenig durch den eher unwürdigen Auftritt am letzten Spieltag 2011 gegen Köln. In der 33. Minute flog er nach zwei Unbeherrschtheiten mit Gelb-Rot vom Platz, sieben Minuspunkte gab's dafür.
Ebenso wie zum Ende der vergangenen Saison schaffte Dortmunds Mario Götze (109 Punkte) den Sprung in das Dream Team. Trotz eines kleinen Formtiefs zeigte das Riesentalent wieder tolle 14 Spiele und stellt somit sicherlich eine interessante Option in der Winterpause dar. Mit einem Schnitt von 2,35 ist der 19-Jährige nach Gladbachs Überflieger Reus (2,30) notenbester Akteur der Liga, fünf Tore und fünf Assists sind mit ein Grund dafür. Ein wenig unbemerkt hat es auch Bayerns Toni Kroos (85) in die Top-Elf geschafft. Im Verlauf der Hinrunde steigerte sich der Nationalspieler mehr und mehr und wusste vor allem in Abwesenheit des am Ende verletzten Schweinsteigers voll zu überzeugen. Selten herausragend, aber auch nie schlecht lenkt er inzwischen das Münchner Spiel in der Zentrale.
Gleich sechs Stürmer punkteten bis dato dreistellig, einer ragte dabei dennoch, weil auch etwas unerwartet, heraus: Bremens Claudio Pizarro (131), der mit seinen 33 Jahren nochmals in Top-Form ist und satte zwölf Saisontore auf dem Konto hat. Insgesamt stehen bei dem Peruaner 19 Scorerpunkte zu Buche. In fast nichts steht dem Bremer Dortmunds Robert Lewandowski (126) nach, der teamintern nicht nur Goalgetter Barrios verdrängt hat, sondern auch endlich in Deutschland das Knipsen angefangen hat. Den dritten Platz im Sturm der Top-Elf nimmt Kölns Lukas Podolski ein, der schon 14 Treffer erzielt hat. Abzuwarten bleibt, wie lange die "Lebensversicherung" noch für den FC spielt. Bayerns mit 16 Treffern bester Schütze (und auch in der Liga) Mario Gomez kommt wie Podolski auf 125 Punkte, muss aber dem Kölner wegen seines höheren Managerspielwerts (8,5 gegenüber 6,0 Millionen) den Vortritt lassen. Erwähnenswert sind zudem noch Schalkes Ballermänner Klaas Jan Huntelaar und Raul, deren Ausbeute von 15 bzw. 10 Toren und 118 bzw. 100 Zählern sich absolut sehen lassen kann.
Auffallend in dieser Spielzeit ist, dass es mit Dante lediglich ein Schnäppchen wie einst Ibisevic, Kagawa & Co. ins Dream Team geschafft hat - und auch der Gladbacher ist ja nur Nachrücker für van Buyten. Die elf Akteure kommen zusammen auf einen Preis von stolzen 51,5 Millionen Euro - dabei müssen in der Realität deren 42,5 für aber dann 22 Spieler reichen ...
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