Und doch ist es für Schalke ein gelungener Coup. Denn Nestor Jevtic ist nicht nur ein Fußball-Begeisterter, der seit geraumer Zeit versucht, in Europas Profi-Fußball als Techniktrainer unterzukommen - er ist auch ein Bruder. Und zwar von Nikon Jevtic, jenem damals elfjährigem Jungen, der im Frühjahr 2005 europaweit als "Wunderkind" Schlagzeilen machte - wenn auch fragwürdige, weil der FC Valencia in die Kritik geriet, einen so jungen Spieler verpflichtet zu haben. Nikons Können jedoch ist unbestritten - er gilt als eines der größten Talente weltweit.
Jetzt ist das "Wunderkind" ein Schalker. Seit mehreren Monaten liefen die Gespräche und Verhandlungen, eingefädelt von Spielerberater Alen Augustincic (Agentur soccertalk). Nun sind die Verträge perfekt: Schalke hat Nikon Jevtic, inzwischen 13 Jahre alt, bis 2009 unter Vertrag genommen; es gibt Optionen auf weitere Jahre. Eine Ausbildungsentschädigung wurde wegen des Alters noch nicht fällig. In Valencia war der talentierte Teenager, der deutsch, englisch und serbokroatisch spricht, nicht glücklich geworden. Neben spanischen und englischen Vereinen wollte vor allem PSV Eindhoven nun zuschlagen.
Der in England aufgewachsene Sohn einer Familie, die sich während des Kriegs aus Jugoslawien abgesetzt hatte und heute in Wien wohnt, spielte schon für Austria Wien und zuletzt Valencia - und viele Gespräche, mit Manager Andreas Müller und Cheftrainer Mirko Slomka, waren nötig, um die Familie Jevtic davon zu überzeugen, dass Nikon auf Schalke nun wirklich über Jahre ans Profigeschäft herangeführt werden könnte. Slomka spricht von "einem unglaublichen Talent". Entscheidend für den Wechsel war, dass Bruder Nestor, der in Valencia mit Jugendspielern arbeitete, nun einen Job im Profi-Stab antreten darf. "Ich bin sicher, dass er mit seinem Wissen in den Stab passt", sagt Slomka.
Für Schalke war klar, dass man die Brüder im Paket verpflichtet - beide wohnen auch zusammen. Neben seinem Job bei den Profis wird Nestor weiter auch seinen kleinen Bruder trainieren, der von einer Privatlehrerin unterrichtet wird, aber so normal wie möglich in die Jugendabteilung integriert werden soll.
Jean-Julien Beer und Stephan von Nocks