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10.10.2006, 09:30

England: Ole Gunnar Solskjaer erzielte schon fünf Tore

Der Killer mit dem Baby-Face

Drei Jahre erlebte Ole Gunnar Solskjaer vom derzeitigen englischen Tabellenführer Manchester United wegen drei Knieoperationen beinahe ausschließlich auf der Tribüne. Gerade einmal 16 Liga-Einsätze absolvierte der 33-jährige Norweger in dieser Zeit. Nun ist der "Einwechselspieler aus der Hölle", der seinen Verein 1999 gegen Bayern München zum Champions-League-Sieger machte, auch dank eines Skifahrers wieder da - und gefährlich wie eh und je.

Ole Gunnar Solskjaer in Aktion.
"Wer setzte den Ball ins deutsche Netz? Ole Gunnar Solskjaer!": Der Norweger ist der Liebling der Fans.
© imagoZoomansicht

Tor durch Teddy Sheringham. 91. Minute. "Wow, Verlängerung. Jetzt kann ich noch 30 Minuten in einem Champions-League-Finale dabei sein. Wahnsinn!" Das waren Ole Gunnar Solskjaers erste Gedanken nach jenem Ausgleich gegen die Bayern, wie er mal verriet. Natürlich weiß jeder Fußball-Interessierte genau, dass Solskjaer nur noch rund zwei Minuten spielte, weil Sheringham per Kopf verlängerte und der Norweger sein rechtes Bein ausstreckte.

In den letzten Jahren redete Solskjaer wenig über jenen Finaltriumph in Barcelona. "Ich lebe nicht gerne in der Vergangenheit", betonte er oft, obwohl er das wohl am liebsten getan hätte. Zu seinem Glück fragt man ihn derzeit nur nach der Gegenwart. Das Übliche eben. Was für ein Gefühl das denn sei, nach so langer Zeit wieder zu spielen, und dann gleich wieder zu treffen, was die meisten Journalisten en passant selbst beantworteten: "Das muss ein grandioses Gefühl sein!" Solskjaer nickt dann nur. "Viel grandioser ist es, neben Cristiano Ronaldo und Wayne Rooney zu spielen. Ich bin zwar 33, aber von denen kann ich noch eine Menge lernen."

Er lernt schnell. Fünf Treffer erzielte der Stürmer in dieser Saison bereits, am vergangenen Spieltag zwei gegen Newcastle. Vielleicht ist es kein Zufall, dass Manchester United mit Solskjaers Rückkehr nun wieder dort steht, wo der Klub nach eigenen Aussagen rechtmäßig hingehört: an der Tabellenspitze. 2003 holte der Klub die letzte Meisterschaft und parallel zu den Verletzungssorgen des Norwegers begann auch ManU hinterherzuhinken. Im September 2003 unterzog sich Solskjaer der ersten Knieoperation, es folgten zwei weitere im August 2004 und Juli 2005. Nach dem Comeback im vergangenen Jahr warfen ihn dann Zerrungen und ein gebrochener Wangenknochen zurück. In den letzten drei Jahren absolvierte er gerade einmal 16 Liga-Einsätze. "Mein hilfreichstes Training waren die Sonntags-Spaziergänge mit meiner Frau", so ein frustrierter Solskjaer. "2005 dachten wir ernsthaft daran, ihm ein Abschiedsspiel zu organisieren", gesteht ManU-Coach Sir Alex Ferguson heute.

"2005 dachten wir über ein Abschiedsspiel für Ole nach."Alex Ferguson, ManU-Coach

Das muss damals zusätzlich geschmerzt haben, galt Solskjaer doch immer als des Schotten Lieblingsschüler. Nie ein Widerwort, meist geduldig auf der Bank, so etwas gefällt im Monarchenpalast Ferguson. Nur einmal bereitete der Norweger dem Verein Kopfschmerzen, als er die Fan-Aktionsgruppe "Vereinte Aktionäre" gegen die Klub-Übernahme durch den US-Milliardär Malcolm Glazer unterstützte. Dabei galt Solskjaer schon zuvor zu den Lieblingen der Kurve. Das Plakat "20leLegend" im berühmten Stretford End erinnerte auch in den letzten Jahren an die Nummer 20. Und Gesänge in Abwesenheit genossen höchstens Idole wie Cantona oder Keane. Man widmete sie auch ihm. "Wer setzte den Ball ins deutsche Netz? Ole Gunnar Solskjaer!" gehört zu traditionellen Favoriten wie "Du bist mein Solskjaer, mein Ole Solskjaer. Du machst mich glücklich, ist der Himmel grau!"

Als hilfreich erwies sich auch das Schicksal von Kjetil Andre Aamodt. Die Karriere des alpinen Skifahrers galt nach einer schweren Verletzung 2003 und vier Operationen als beendet. 2006 holte er dann sein viertes Olympisches Gold. Während der gemeinsamen Leidenszeit wurden beide zu Freunden und Mitte September saß Aamodt im Stadion, als Solskjaer zum 3:2-Sieg gegen Celtic traf. "Ich glaube, Ole schaute auf Kjetil und sagte sich ,Wenn er das kann, schaffe ich es auch!", so Norwegens Nationalcoach Hareide.

Die Gegner zittern also wieder, wenn die 20 aufblinkt, und der "Einwechselspieler aus der Hölle" kommt, wie ihn Ferguson nach vier Bank-Toren in zehn Minuten mal nannte. Diese späte Gabe brachte Solskjaer den Spitznamen "baby face assassin" ein, was wegen seines Killer-Instinktes und dem Gesicht, das auch mit 33 noch nicht die Pubertät erreicht hat, durchaus stimmig ist. "Im modernen Fußball gibt es niemanden, der schneller reagiert", urteilt Sir Bobby Charlton. Dem Konzept Zeit steht der 33-Jährige mittlerweile jedoch ziemlich skeptisch gegenüber, der Euphorie erst recht, auch wenn kürzlich bis 2008 verlängert wurde: "Warten wir mal ab, wie alles weiterläuft. Nur eins ist schade: Mein Tor zu Saisonbeginn in Charlton war das erste nach drei Jahren. In einer perfekten Welt hätte ich das in Old Trafford gemacht." In einer perfekten Welt gäbe es sicher auch keine Knieverletzungen.

Oliver Birkner

 

kicker

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