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25.05.2007, 09:33

Pokalfinale wird zum großen Torhüterduell

Vier Hände für ein Halleluja

Das DFB-Pokalfinale am Samstag in Berlin ist für beide Klubs ein historisches Ereignis. Aber es ist darüberhinaus vor allem für zwei Akteure auch ein ganz besonderes Spiel: Die beiden Torhüter Raphael Schäfer und Timo Hildebrand stehen zum letzten Mal für ihren Verein zwischen den Pfosten. Dann wird der Nürnberger Schäfer Hildebrands Nachfolger beim VfB.

Stuttgarts Keeper Hildebrand gratuliert Club-Torhüter Schäfer
Die Wege kreuzen sich erneut: Stuttgarts Keeper Hildebrand gratuliert Club-Torhüter Schäfer.
© dpa Zoomansicht

Am Samstagabend um 20 Uhr kommt es zum großen Torhüterduell und für beide Seiten emotionalen Abschied vom eigenen Verein zwischen Nürnbergs Raphael Schäfer und Stuttgarts Timo Hildebrand.

Schäfer bestreitet nach sechs Jahren nicht nur sein letztes Spiel für den Club, der 28-Jährige trifft in Berlin ausgerechnet auf seinen künftigen Arbeitgeber VfB Stuttgart. Dieser wiederum hat seinen jüngsten Coup, die Deutsche Meisterschaft, auch zum Gutteil seinem Nationaltorhüter Hildebrand zu verdanken, der die Schwaben nach acht Profijahren verlässt; aller Wahrscheinlichkeit nach in Richtung des spanischen Traditionsklubs FC Valencia.

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Hildebrand ebnete also Schäfer jüngst den Weg, in der kommenden Saison Champions League zu spielen. Doch an die kommende Spielzeit mag der Kapitän des 1. FCN derzeit nicht denken, vielmehr will er dem VfB das Double vermasseln. "Ich will mich vernünftig verabschieden, am liebsten mit dem Pokalsieg. Das wäre das i-Tüpfelchen auf sechs tolle Jahre", sagte der Club-Keeper, dem der Abschied aus Nürnberg nicht leicht fällt: "Es fällt schwer zu gehen. Aber ich bin stolz auf das, was wir hier gemeinsam erreicht haben. Ich kann erhobenen Hauptes aus Nürnberg weggehen", so Schäfer vor Nürnbergs erster Finalteilnahme seit 1982. Damals unterlagen die Franken in einem denkwürdigen Spiel dem FC Bayern mit 2:4 nach 2:0-Pausenführung.

Dabei hatte es Schäfer nicht immer leicht beim 1. FCN. Er habe "eine Menge abbekommen. Ich musste mir mein Standing hart erarbeiten", erklärte Schäfer dem sid. Als er im Sommer 2001 vom VfB Lübeck zum neunmaligen deutschen Meister wechselte, war er zunächst zwei Jahre lang zweiter Torhüter hinter Darius Kampa. Danach wurde er Stammkeeper, doch der Durchbruch gelang Schäfer erst unter Trainer Hans Meyer.

"Er ist nicht zufällig Kapitän"

Durch eine "Entwicklung im Kopf", meint der Coach, habe sich Schäfer zu einer Stütze der Mannschaft entwickelt, "er ist auch nicht zufällig Kapitän geworden". Inzwischen steht der 28-Jährige hinter der besten Abwehr der Liga und im Blickfeld von Bundestrainer Joachim Löw. "Er hat eine richtig gute Saison gespielt", attestierte jüngst auch Bundestorwarttrainer Andreas Köpke.

Raphael Schäfer
Alles im Griff: Raphael Schäfer.
© dpa

Gerade im Hinblick auf die Nationalmannschaft verspricht sich Schäfer in Stuttgart bessere Perspektiven. "Es wäre schön, wenn ich als dritter Torhüter zur EM fahren könnte. Auf alle Fälle erwarte ich mir durch den Wechsel eine größere Chance." Im Team von Jogi Löw träfe Schäfer erneut auf Hildebrand, derzeit die Nummer zwei hinter Arsenal-Keeper Jens Lehmann.

"Spätzünder" Schäfers langer Kampf

Immer wieder kreuzten sich die Wege der jeweils 28 Jahre alten Schlussmänner, meist hatte Hildebrand im direkten Vergleich die Nase vorn. "Ich kenne ihn aus den DFB-Nachwuchsmannschaften. Ich habe ihn damals abgelöst", erinnert sich der VfB-Keeper. Doch während Hildebrand folgerichtig bei den Großen zum dritten Nationaltorhüter hinter den führenden Schlussleuten Jens Lehmann und Oliver Kahn aufstieg, musste "Spätzünder" Schäfer lange in den Bundesliga-Niederungen um Anerkennung kämpfen.

Wie auch der lange als zurückhaltend geltende Hildebrand ist Linksfuß Schäfer, der sich selbst als "eine Art Libero" bezeichnet, ein ruhiger Vertreter seiner Zunft, große Schlagzeilen sind ihm ebenso fremd wie große Worte. "Die Oliver-Kahn-Art stirbt ein bisschen aus", sagte Schäfer der dpa und sieht sich somit im Trend. "Man muss immer eine Maske aufhaben, gerade im Show-Business Fußball", gibt sich auch Hildebrand zurückhaltend, wenngleich der Stuttgarter zuletzt wahre Gefühlsausbrüche zeigte. "Ich werde die Fans, diese Mannschaft und diesen Verein, dem ich alles in meiner Karriere zu verdanken habe, nie vergessen", schwärmte er nach dem Titelgewinn am Samstag.

Dass Schäfer in seinem letzten Spiel für den Club ausgerechnet auf seine künftigen Kollegen trifft, sieht er nicht als Belastung. "Meine Zeit beim VfB beginnt erst am 1. Juli. Zudem habe ich ja nichts davon, wenn Stuttgart gewinnt. Und international qualifiziert sind wir beide", sagte Schäfer und baut auf die perfekte Arbeitsteilung: "Ihr habt die Meisterschale, wir holen den Pokal." Den dürfte er dann aus den Händen von Bundestrainer Jogi Löw als Kapitän entgegen nehmen und in die Höhe stemmen.

Timo Hildebrand
Lautstarker Antreiber: Timo Hildebrand.
© dpa

"Es wird wieder Zeit für einen Außenseitersieg. Es gäbe nichts Schöneres, als mich mit dem Pokal, meinem ersten Titel, aus Nürnberg zu verabschieden", sagt Schäfer vor dem mit Spannung erwarteten Duell gegen seine künftigen Kollegen, die nach dem deutschen Meistertitel heiß auf das Double sind. "Wir gehen voller Euphorie und Optimismus ins Pokalfinale", kündigte Nationaltorhüter Hildebrand vor seinem letzten Spiel bei den Schwaben an.

25.05.07
 
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