Nürnberg: Meyer und der Glückspfennig
Club will Liberopoulos
Nun, am Freitag, wenn er die Endspielarena wieder betritt, wird der 64-Jährige seinen Geldbeutel in der Hosentasche lassen; der Glückspfennig hat versagt. "Wir verloren 1:2", so Meyer, Wiederholung im Pokalfinale 2007 unerwünscht.
Nicht nur Torhüter Raphael Schäfer bestreitet am Samstag sein letztes Spiel für den Club. Auch Markus Schroth wird bei seiner Abschiedsvorstellung in der ersten Elf stehen; der zum SC Freiburg wechselnde Ivica Banovic wird zu Beginn wohl auf der Bank Platz nehmen, Gerald Sibon (Ziel unbekannt) muss um seinen Platz im Kader bangen, Thomas Paulus (Erzgebirge Aue) und Dean Heffernan (noch ohne neuen Klub) zählen nicht zu Hans Meyers Aufgebot.
"Ich freue mich sehr auf das Finale", sagt Schroth, dem wie fast allen Club-Spielern der erste Titel seiner Karriere winkt; lediglich der Tscheche Tomas Galasek hat, neben zwei Meistertiteln, mit Ajax Amsterdam auch zwei Pokalsiege eingesackt. "Ich hoffe, dass meine Serie hält", sagt der überragende Nürnberger Feldspieler dieser er- folgreichen Saison, "und ich auch mein drittes Pokalfinale gewinne."
Derweil lichtet sich der Kreis der Kandidaten, die für die Nachfolge Schroths als Mittelstürmer in Frage kommen, und ein klarer Favorit hat sich herausgeschält: Nikos Libero-poulos von AEK Athen. Der 31-Jährige sicherte sich in der gerade abgelaufenen Meisterschaft mit 18 Treffern die Krone des Torschützenkönigs und erfüllt voll und ganz die Anforderungen, die Meyer an den neuen Stoßstürmer stellt: Er ist groß (1,86 Meter) und kopfballstark, er kann den Ball sowohl in der Luft wie am Boden behaupten und für die nachrückenden Spieler ablegen. Weil der 45-malige Nationalspieler in Athen noch einen Vertrag bis 2009 besitzt, würde eine Ablöse im Zwei-Millionen-Euro-Bereich fällig.
"Wir kommentieren keine Namen", sagt Sportdirektor Martin Bader nur. Nach kicker-Informationen aber hat sich der Club mit dem Spieler auf einen Zweijahresvertrag geeinigt und in Athen ein konkretes Angebot abgegeben; AEK fordert eine Nachbesserung, die Gespräche laufen.
Liberopoulos fortgeschrittenes Alter schreckt in Nürnberg keinen ab. "Es ist doch klar, dass wir keinen 25-jährigen Spieler kriegen, der Deutsch spricht und seit fünf Jahren um die 20 Tore pro Saison macht", so Bader. Und Liberopoulos spricht zwar kein Deutsch, aber perfekt Englisch - immerhin.
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