FC Bayern: Magath-Elf fehlt der Killer-Instinkt
Hoeneß vermisst ein Ungeheuer
Am Sonntag, als der Trainer seine Männer zur morgendlichen Einheit bat, da wusste er: Einiges!
Der FC Bayern hatte in der Rolle des klaren Favoriten mal wieder gepatzt, wie so oft in dieser Saison, wie in Bielefeld (1:2), in Wolfsburg (0:1) und gegen Hannover (0:1).
Die Kritik am Team hielt sich diesmal allerdings in Grenzen, weil die Mannschaft nicht schlecht gespielt hatte, nicht an Ideenlosigkeit und Langeweile, sondern an Pfosten und Latte gescheitert war. Neun Torchancen erspielten sich Schweinsteiger und Kollegen, nur gegen Nürnberg und Berlin (je 10) warens in dieser Serie mehr. "Der Trend ist intakt", sagte Manager Uli Hoeneß deshalb, "Sorgen mache ich mir erst, wenn wir uns gar keine Chancen mehr herausspielen."
Die Sache mit deren Verwertung nervte freilich dennoch, und so kamen die Spieler um die eine oder andere weniger freundliche Anmerkung doch nicht herum. Hoeneß vermisste an diesem Wochenende einen ganz speziellen Spielertypen. "Was uns fehlt, ist ein guter Kopfballspieler", meinte er, und um das zu präzisieren, nannte er spontan drei Namen, die für diese Spezies stehen: Koller, Hrubesch und seinen Bruder, den Dieter.
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Kopfball-Ungeheuer eben, die die Liga zu ihrer Zeit in der Luft beherrschten. "Da haben wir gewisse Probleme", findet der Manager. Felix Magath sieht das nicht zwingend so. Demichelis habe sein Tor ja per Kopf erzielt, Pizarro per Kopf den Pfosten getroffen, "daran lag es also nicht". Es ist etwas anderes, was den Trainer stört: das Gegentor, das Nachlassen nach einer Führung, das typisch sei für Bayern. "Wir haben einfach nicht den Killerinstinkt", bemängelt Magath. Liege ein Gegner am Boden, "sind wir nicht die Mannschaft, die draufhaut".
Einen Trend sieht er darin, mehr sogar, eine Art Vereins- philosophie. "Wir sind in vielen Wettbewerben immer der Favorit, haben uns deshalb angewöhnt, vielleicht auch unterbewusst, nur so viel wie nötig zu machen." Das aber reicht nicht immer.
Was ist zu tun? "So was dauert länger, mit einmal Hand auflegen ist es nicht behoben", sagt der Trainer. Immer wieder wird er seine Spieler darauf hinweisen, mehrfach hat er es getan. Erste Einsicht scheint vorhanden. "Wir wissen, dass wir zu wenig aus unseren Chancen gemacht haben", sagt Philipp Lahm.
Hoeneß wiederum sieht das gelassen. Die Lage in der Liga übrigens auch: "Wir wollten an Weihnachten ganz oben dabei sein, das werden wir schaffen. Alles andere erledigen wir in der Rückrunde."
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