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05.10.2006, 11:12

Bayern: Oliver Kahn im Interview

"Diskussionen über Magath: Unsinn!"

Auf den Erfolg bei Inter Mailand in der Champions-League folgte am Samstag die überraschende 0:1-Niederlage bei Schlusslicht Wolfsburg. Doch der Bayern-Kapitän bleibt gelassen: Im kicker-Interview spricht Oliver Kahn über die Gründe der jüngsten Niederlagen, die Kritik des Vorstands, das Fehlen von Michael Ballack und das Gerede über ein Münchner Sturmproblem. Das findet der Torwart zum Lachen.

Sieht die Sache gelassen: Oliver Kahn
Sieht die Sache gelassen: Im November, Dezember erwartet Oliver Kahn den FC Bayern wieder ganz oben.
© imagoZoomansicht

kicker: Herr Kahn, was war tatsächlich entscheidend, dass der FC Bayern 0:1 in Wolfsburg verlor?

Oliver Kahn (37): Der 2:0-Sieg bei Inter zeigt, dass wir eine Menge drauf haben. Aber wir müssen lernen, uns als Mannschaft geistig mehr zu quälen. Es geht um Kleinigkeiten. Und wir müssen aufpassen, dass wir das Argument WM und ihre Nachwehen nicht überstrapazieren.

kicker: Nach dem Bielefelder 1:2 haben Sie bemängelt, dass nahezu jeder nach vorne renne. Meinten Sie vor allem Lucio?

Kahn: Ich habe keinen Spieler direkt gemeint. Wir haben insgesamt als Mannschaft zu offensiv gedacht.

kicker: Fehlt taktische Disziplin?

Kahn: Bei Ballverlust haben wir es nicht verstanden, schnellstmöglich hinter den Ball zu kommen. Es war aber nur in Bieleleld so. Lucio spielt jetzt sehr diszipliniert, das verhilft unserem Spiel zu mehr Ordnung. Es gibt keinen Grund, nervös zu werden. Keine Mannschaft ist in der Bundesliga davongezogen.

kicker: Oliver Kahn, der psychologisierende Kapitän?

Kahn: Der überzeugte Kapitän.

kicker: Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß riefen nach Bielefeld das Ende der Ausreden aus: Wie geht die Mannschaft mit solchen Aussagen um?

Kahn: Wir als Team beschäftigen uns hauptsächlich mit unserer Arbeit. Bei uns geht es vor allem um Leistungskonstanz. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass wir in dieser Saison noch Großes erreichen. Unsere Spieler werden verstehen, dass sie sich auch in den kleinen Spielen alles abverlangen müssen.

kicker: Lieferte die Ansage der Bosse, man müsse sich durchwursteln, der Mannschaft ein Alibi?

Kahn: Die Begriffe Alibi oder Ausrede werden mir überstrapaziert. Wir brauchen keine Ausreden. Es war auch keine Ausrede, als ich den schlechten Ball in Wolfsburg ansprach. Man sollte den Ball halt zumindest vernünftig aufpumpen.

kicker: Rummenigge riet Felix Magath, die Mannschaft nicht so zu schützen. Stellt sich der Coach zu sehr vor seine Spieler?

Kahn: Ich finde es total richtig, wie der Trainer mit dem Team umgeht. Er macht das optimal. Außerdem sind wir alle ein Team: Spieler, Trainer, Vorstand. So sollten wir auftreten. Uns werfen schon genug Leute Knüppel zwischen die Beine.

kicker: Wird Magaths Autorität durch solche Aussagen erschüttert?

Kahn: Über den Trainer Magath zu diskutieren, ist absoluter Unsinn.

kicker: Haben Sie den Eindruck, dass die Führung voll zu Magath steht?

Kahn: Natürlich stehen die voll zu Magath. Ich habe nicht im Ansatz das Gefühl, dass es Zweifel am Trainer gibt. Und kritische Auseinandersetzungen gehören dazu.

kicker: War es nötig, vor der Saison Magaths Vertrag zu verlängern, um ein Zeichen zu setzen?

Kahn: Was für ein Zeichen soll da nötig sein? Wir holten mit Magath zweimal das Double.

kicker: Hat der FC Bayern ein Sturmproblem?

Kahn: Da kann ich nur laut lachen. Wir haben Weltklassestürmer.

kicker: Fehlt die Qualität für konstante Leistungen?

Kahn: Ganz im Gegenteil: Das jetzige Team hat genauso viel oder sogar mehr Qualität als jenes, das 2001 die Champions League gewann.

kicker: Woran hapert es dann? Fehlt der totale Biss?

Kahn: Das wäre fatal. Aber klar ist: Bei unserer Qualität müsste sich jeder überprüfen. Es geht darum, was ich bereit bin, mir abzuverlangen. Der Wille 2001 war so groß, er hätte nicht in die Allianz-Arena gepasst.

kicker: Pizarro, Santa Cruz, Hargreaves, Sagnol, Makaay sind schon länger im Klub und in einem gewissen Alter: Haben sie es sich in der zweiten Reihe bequem gemacht?

Kahn: Glaube ich nicht. Aber jeder muss sich immer selbst hinterfragen: Was will ich? Mit 37 versuche ich immer noch jedes Trainingsspiel zu gewinnen. Diese Einstellung wünschte ich mir häufiger.

kicker: Ballack deutete an, bei Bayern fehle für große Siege der letzte Konkurrenzkampf.

Kahn: Das sehe ich nicht so.

kicker: Fehlt Ballack dem FC Bayern doch mehr als erwartet?

Kahn: Seine Stärke bei Standards, Kopfballtore aus dem Nichts, geht uns ab. Aber wir haben eine gute Mischung. Die jetzigen Schwierigkeiten können wir abstellen.

kicker: Magath beklagt das spielerische Defizit gegen defensivstarke Gegner: Trifft diese Erklärung zu?

Kahn: Diese Probleme hatten wir immer mal. Wir haben so gute Einzelspieler, da sollten wir uns nicht einreden, dass wir gegen defensive Gegner keine Tore schießen könnten. Wichtig sind Frische und Konzentration. Es geht bei uns viel um Konzentration, die die Disziplin im Denken bedeutet.

kicker: Fehlt eine Nummer 10?

Kahn: Unsinn.

kicker: Sind Sie sicher, dass der FC Bayern überhaupt den Titel holt?

Kahn: Zu 100 Prozent bin ich überzeugt, dass wir die große Möglichkeit für das Double zum dritten Mal in Folge haben und auch dafür, in der Champions League ein gewichtiges Wort mitzureden. Es ist gar nichts passiert. Wegen der Tabelle mache ich mir keine Sorgen. Im November, Dezember wollen wir dort stehen, wo wir hingehören.

Interview: Karlheinz Wild

 

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