Felix Magath, dessen Kontrakt um ein Jahr bis 2008 verlängert wird (Rummenigge: "Wir sind uns in allen Details einig"), ist mit der Art und Weise, wie sein Mini-Kader ohne sieben WM-Urlauber im Trainingslager in Donaueschingen gearbeitet hat, dennoch "sehr zufrieden". Dreieinhalb Wochen bleiben dem Trainer noch, um seine Wunschelf für den Saisonstart zu finden. Eine Elf, in der ein Name fehlen wird: Michael Ballack.
"Michael hat unser Spiel vier Jahre lang geprägt", sagt Magath. Logisch sei es da, dass sich künftig etwas ändern wird, der 52-Jährige sieht keinen Nachteil darin: "Unser Spiel wird flexibler, vielleicht sogar attraktiver, weil es nicht mehr auf einen Mann zugeschnitten ist."
Wie aber plant Magath die Bayern ohne Ballack? Dem kicker verriet er nun erste Erkenntnisse. Eine lautet: Im Angriff gibt es keine Änderung. "Am System mit zwei Spitzen führt bei mir kein Weg vorbei", erklärt Magath. Natürlich ist auch ihm aufgefallen, dass drei der vier WM-Halbfinalisten nur einen Stürmer aufboten und erfolgreich waren, ja Weltmeister wurden wie die Italiener. Magath aber stellt klar: "Mir hat das nicht gefallen. Ich halte das Spiel mit zwei Spitzen für schöner." Auch ein 4-3-3, wie es die Holländer praktizieren, kommt nicht in Frage. Begründung: "Das ist mir zu statisch, zu leicht durchschaubar. Kommt Robben links durch, wirds gefährlich. Kommt er nicht durch, ist der Angriff gelaufen." Also bleibts bei zwei Spitzen. In diesem Modell sind Makaay und Podolski die Favoriten. Pizarro ist dicht an ihnen dran, Santa Cruz macht sich Hoffnungen auf jene Rolle im offensiven Mittelfeld, die bislang Ballack gehörte.
Auch diese wird es weiterhin geben. "Das System mit Mittelfeldraute bleibt mein Favorit", sagt Magath. Wer den Platz des Neu-Londoners bekommt, ob dos Santos oder Karimi, ob Schweinsteiger oder Santa Cruz - das wird erst entschieden, wenn der Trainer seinen kompletten Kader beisammen hat. "Einen Favoriten", betont Magath, "habe ich noch nicht."
Eine Änderung schwebt dem Meistermacher dann aber doch im Kopf umher. Um das Münchner Spiel in Zukunft überraschender, schwerer ausrechenbar zu gestalten, plant Magath die gelegentliche Umstellung von 4-4-2 auf 3-5-2. Dann würden hinten Lucio, van Buyten und Ismael gemeinsam verteidigen, je einer könnte sich bei Ballbesitz in den Angriff einschalten. Die Außenverteidiger Lahm und Sagnol würden das Mittelfeld verstärken, noch offensiver werden. Und vor einem zentralen Abräumer (Hargreaves) gäbe es zwei kreative Spielgestalter, wie Schweinsteiger und Santa Cruz. "Ja, das ist möglich", erklärt Magath. Er wird es ausprobieren. Aber erst, wenn alle WM-Fahrer wieder bei ihm sind.
Wer wird Meister?(23349 Teilnehmer)
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