Hamburg: Mitspieler sprechen sich für den Bosnier aus
Das Plädoyer für Sergej Barbarez
Gegen Leverkusen spielte sein Team gut, schoss so häufig wie noch nie in der Bundesliga auf des Gegners Tor (33 Schüsse), zielte aber schlecht. Das galt vor allem für Ailton, der beklagte: "Das war kein glücklicher Tag für uns, jetzt geht es um Platz zwei."
Und darum, die Erinnerung zu verdrängen. Im Vorjahr verspielte der HSV in den letzten vier Saisonspielen die gute Ausgangsposition im Kampf um den UEFA-Cup - wiederholt sich die Geschichte nun im Ringen um die Champions-League-Direkt-Qualifikation? "Was letztes Jahr war, interessiert mich nicht. Wir sind so gefestigt, uns haut dieses Spiel nicht um", fürchtet Doll keinen Einbruch. Sein Lob: "Die erste Halbzeit war großartig."
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Das lag vor allem an Sergej Barbarez. Hinter den Spitzen postiert, brillierte der 34-jährige Bosnier 45 Minuten lang, war an jeder gefahrbringenden Aktion beteiligt und setzte auch nach dem Wechsel noch Akzente. Barbarez Auftritt gegen Bayer - fraglos die Krönung seiner starken Vorstellungen, seit er die Frist zur Vertragsverlängerung Mitte März verstreichen lassen hatte. Bewegung ist in die Personalie trotz der Topform des Topscorers nicht mehr gekommen - nun gehen die Mitspieler in die Offensive: "Über seine Leistungen kann es keine Diskussionen geben", sagt Benny Lauth. "Bei dem Thema muss es um andere Dinge gehen." In dieselbe Kerbe schlägt David Jarolim: "Ich fände es bitter, wenn wir die Champions League erreichen und Sergej wäre nicht mehr dabei. Er ist wichtig für unsere Mannschaft - sportlich und auch als Typ."
Ein Plädoyer für Barbarez - auch der Trainer stellt nochmals seinen Standpunkt klar: "Ich habe mehrfach gesagt, wie ich zu diesem Thema stehe. An meiner Wertschätzung für ihn hat sich nichts geändert." Im Vorstand aber gibt es keine Mehrheit für Barbarez - zumindest nicht zu dessen geforderten Konditionen. Ein weiterer Grund: Dietmar Beiersdorfer ist auf der Suche nach einem Topmann von internationalem Format für den Angriff. Eine Hintertür lässt der Sportchef unverändert offen. Barbarez indes ist nicht gewillt, hindurchzugehen, solange das Angebot nicht verbessert wird. Sportlich geht der Poker in dieser Spielzeit bislang gut aus, weil der Routinier nach kleiner Schwächephase zum Rückrundenbeginn in Topform ist. Und welche Folgen hat der Poker für die kommende Spielzeit? Jarolims Hinweis auf Barbarez Wichtigkeit lässt Rückschlüsse auf dessen Wert für die Hierarchie zu.






