Zur Loginbox springen Zur Navigation springen Zum Inhalt springen
11.10.2006, 09:21

Karlsruhe: Federico drängt in die Bundesliga

Karriere auf Umwegen

In Köln packte er es nicht bei den Profis, beim KSC ist er der Star. Nächste Saison will sich Giovanni Federico (26) einen weiteren großen Traum erfüllen.

Jubelpose: Beim KSC hat Giovanni Federico den Durchbruch geschafft.
Jubelpose: Beim KSC hat Giovanni Federico den Durchbruch geschafft.
© imagoZoomansicht

Es wird kein normales Wiedersehen für Giovanni Federico am kommenden Montag. Im RheinEnergieStadion trifft der torgefährliche Mittelfeldspieler erstmals seit seinem Wechsel zum KSC vor gut einem Jahr auf die Vergangenheit. Beim 1. FC Köln spielte der Italiener mit deutschem Pass von 2000 bis 2005, ohne jemals den Durchbruch im Profi-Kader zu schaffen. In Karlsruhe avancierte Federico zum derzeit vielleicht besten Mittelfeldspieler der Zweiten Liga, der ein Ziel vor Augen hat: die Bundesliga.

Federicos Bilanz in der noch jungen Saison liest sich blendend. Fünf Tore erzielte der 26-Jährige in den ersten sechs Spielen. Doch das interessiert den Offensiv-Allrounder nicht. "Wenn es bis Saisonende dabei bleibt und wir aufsteigen", behauptet er, "dann ist mir das viel lieber, als selbst zu treffen." So ist Federico. Zurückhaltend, bescheiden. Zwar kein Leisetreter, denn intern verkündet er seine Meinung, aber eben auch alles andere als ein Lautsprecher. Kein Schwätzer, eher ein Schweiger, der mit guten Leistungen Aufmerksamkeit erregen will. Federico hat gelernt abzuwägen und abzuwarten. Nicht ohne Grund. Seine Profikarriere ähnelt einer Achterbahnfahrt, schien vorbei, ehe sie richtig begonnen hatte. In Köln auf das Abstellgleis geschoben, wurde er beim KSC zur Lokomotive in der Offensive, zum absoluten Leistungsträger. Trainer Edmund Becker ist von dem feinen Techniker angetan. "Seine Qualitäten als Zuspieler und seine Torgefährlichkeit sind überragend."

Seine Qualitäten als Zuspieler und seine Torgefährlichkeit sind überragend.Edmund Becker, KSC-Trainer

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass ihm Kritiker lediglich die Regionalliga zutrauten. In Köln wurde er von Huub Stevens geradezu demontiert, erhielt keine Chance im Profiteam. Zuvor, unter Ewald Lienen, Friedhelm Funkel und Marcel Koller, war es nicht viel besser. "Ich habe Fehler gemacht, andere auch", ist alles, was er dazu sagt. Er sei zu langsam, würde zu wenig Laufarbeit verrichten, warf man ihm in der Domstadt vor.

An dieser Schwäche hat er gearbeitet. Beispiel gefällig? Als der KSC gegen Augsburg in Unterzahl 3:2 gewann, sorgte Federico für Gefahr in der Spitze, machte nach Ballverlust sofort das Mittelfeld eng und half in der Abwehr aus. "Mehr Laufarbeit geht nicht", lobte Becker, der ihm auf dem Feld viele Freiheiten gewährt. Federico dankt es ihm: "Becker vertraut mir und hat meine Defizite weggearbeitet." Ein weiterer Grund für Federicos Flucht aus Köln war Dirk Lottner. "Der hatte mehr Erfahrung, war fast 30 Jahre alt, ich 20 - er kam aus Köln, hatte einen anderen Stellenwert als ich. Aber ich konnte von ihm einiges lernen", erinnert sich Federico.

Seit "Gova", so sein Spitzname, beim KSC spielt, geht es für ihn und den Verein bergauf. In der vergangenen Saison traf Federico - der im offensiven, zentralen Mittelfeld, auf den offensiven Außenbahnen rechts wie links und im Angriff zum Einsatz kam - bereits 14-mal. "Der Aufstieg wäre mir lieber gewesen", sagt er im Brustton der Überzeugung. Seine Bescheidenheit hört beim Thema Bundesliga auf. Kritiker, die ihm diese nicht zutrauen, fertigt er ab. "Die haben es mir auch nicht zugetraut, dass ich mich in der Zweiten Liga durchsetze."

Nächste Saison will Federico die Bundesliga-Bühne betreten. Sein Vertrag beim KSC läuft aus. "Ich habe mit meinem Berater Thomas Kroth beschlossen, abzuwarten, wie sich alles bis zur Winterpause entwickelt. Bis dahin verhandeln wir mit keinem Verein, dann entscheiden wir." Erster Ansprechpartner wird der KSC sein, angeblich hat auch schon der VfB Stuttgart ein Auge auf ihn geworfen "Wir spielen sicher bis zum Ende um den Aufstieg mit. Wenn es eine frühe Vorentscheidung gäbe, wenn wir einen Vorsprung hätten, wäre mir das recht", versichert Federico, der weiß, was er am KSC hat. "Ich habe hier meinen größten Erfolg im Profigeschäft erreicht."

Federico gegen Alle
Federico gegen Alle: Gegen die halbe Auer Mannschaft erzielt er das 4:1.
© imago

Sollten die Badener keine Aufstiegschance haben, wird Federico den Wildpark ziemlich sicher verlassen. Doch auch sonst wird es für die Verantwortlichen schwer, den stolzen Vater des kleinen Flavio (18 Monate) zu halten. Dazu müsste Federicos Gehalt kräftig angehoben werden. Im Moment soll er rund 10000 Euro pro Monat kassieren.

Zukunftsmusik. Zunächst geht es nach Köln, wo Federico seine Bilanz ausbauen will und die Kölner hinterher vielleicht erkennen müssen, dass sie sich in Federico getäuscht haben.

Peter Putzing

 

kicker

Lesen Sie die aktuelle kicker-Ausgabe vor allen anderen auf Ihrem Tablet oder Smartphone!
noch vor Verkaufsstart verfügbar: Lesen Sie die Montagsausgabe schon Sonntagabend
mit unserem Abo-Service verpassen Sie garantiert keine Ausgabe
bequeme und sichere Bezahlung über Ihren Appstore-Account
mühelos und in Sekunden-
schnelle geladen!
   

Livescores Live

Schlagzeilen

TV Programm

Zeit Sender Sendung
10:15 ZDF ZDF SPORTextra Wintersport
 
10:15 SDTV Ronaldo vs. Messi
 
10:30 SKYS2 Golf: European Tour
 
11:00 SP1 Der CHECK24 Doppelpass Live
 
11:00 EURO Biathlon
 

Der neue tägliche kicker Newsletter


Der Rahmenterminkalender

Bundesliga, Pokal, Champions League, Europa League, Nationalelf etc: Auf einem Blick wissen, was wann stattfindet.

Alle Termine 18/19

Alle Termine 19/20

Community

Die aktuellsten Forenbeiträge
Re (2): BVB ist Herbstmeister von: ralfderhamster - 16.12.18, 09:55 - 33 mal gelesen
Re: Coman von: Suedstern2 - 16.12.18, 09:33 - 24 mal gelesen

DIE GANZE WELT DER KICKER APPS!
Informieren Sie sich über unser vielfältiges App Angebot:
Smart TV Tippspiel kicker MeinVerein Voice & VR eMagazine