kicker: Vor einem Jahr enttäuschten Sie beim Trainingsstart die dürftigen Werte der Spieler. Dennoch gaben Sie nach dem Aufstieg vier Wochen frei. Warum, Herr Ragnick?
Ralf Rangnick: Wir haben zwei Wochen länger als die Bundesligisten gespielt. Vier Wochen brauchen die Spieler schon zur Erholung. Aber natürlich hatten Sie nicht wirklich so lange frei. Für die letzten eineinhalb Wochen gab es Hausaufgaben, und nach dem ersten Eindruck haben sie diese auch gemacht. Nur Denis Bindnagel hat dicke Backen, weil ihm zwei Weisheitszähne gezogen wurden.
kicker: Durch den frühen Aufstieg hatten Sie schon bald Planungssicherheit. Trotzdem haben Sie erst zwei Neuzugänge präsentiert.
Rangnick: Wir hätten schon nach wenigen Tagen acht Leute verpflichten können. Aber wir wollen nur Spieler, die in unser Anforderungsprofil passen. Jung, talentiert und ehrgeizig müssen sie sein, dazu auch menschlich zu uns passen. Aber auch bei erfahrenen Profis haben wir klare Vorstellungen.
kicker: Wie viele Neuverpflichtungen wird es noch geben?
Rangnick: Sicherlich noch zwei oder drei. Doch sie müssen, wie gesagt, ins Anforderungsprofil passen.
kicker: Viele rechneten damit, dass einige Hochkaräter kommen würden. Die Verhandlungen mit Sascha Rösler und Alexander Iashvili scheiterten jedoch.
Rangnick: Nein, die Verhandlungen sind nicht gescheitert. Iashvili hat eine Grundsatzentscheidung getroffen, in der Ersten Liga spielen zu wollen. Das können wir ihm momentan nicht bieten. Sascha Rösler entschied sich aus irgendwelchen Gründen für Mönchengladbach. Es ging nicht ums Geld, denn finanziell hätten wir drauflegen können. Für uns ist es jedoch wichtig, dass sich ein Neuer in unser Grundgefüge einordnen will. Mit Geld locken wir nicht.
kicker: Wie groß ist die Chance, dass noch ein richtig prominenter Spieler kommen wird?
Rangnick: Es geht nicht um große Namen. Ich glaube nicht, dass wir in den nächsten Wochen einen solchen verpflichten werden.
kicker: Welche Rolle wird Hoffenheim in der neuen Runde spielen?
Rangnick: Wir wollen die beiden ersten Spiele gegen Augsburg im Pokal und Wehen gewinnen. Danach denken wir von Spiel zu Spiel. Ziel ist es, uns in der neuen Liga zu festigen.
kicker: Sie haben mit dem Aufstieg im ersten Jahr Ihrer Tätigkeit die erste Hürde der Vision "Unternehmen Bundesliga" genommen. Wann folgt die nächste?
Rangnick: Realistisch betrachtet kommt ein Aufstieg zunächst nicht in Frage. In den nächsten zwei Jahren wollen wir uns in der Zweiten Liga etablieren. Danach können wir dann gezielter einen Aufstieg ins Auge fassen. Aber im Fußball ist immer alles möglich - positiv wie negativ.
Interview: Hans-Ingo Appenzeller
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