Einwurf von Tony Woodcock
Der FC Chelsea spielt auf Zeit - und das ist absolut legitim
Dass der FC Chelsea den deutschen Nationalelf-Kapitän Michael Ballack nicht auf die Liste für die Gruppenphase der Champions League gesetzt hat, überrascht viele Fußball-Fans, in England wie in Deutschland. Ich persönlich muss sagen: Mich verwundert dies nicht.
Fakt ist doch, dass Ballack einer von vielen sehr guten Spielern bei Chelsea ist. Im Gegensatz zu den meisten anderen jedoch ist er derzeit verletzt. Und es gibt in England öfter neue Wasserstandsmeldungen: Mal soll er bald trainieren, mal wird es noch eine Zeit dauern. Ich weiß es nicht.
Sicher ist nur , dass er auch in der Liga Spielpraxis braucht, bevor er in der Champions League eingesetzt wird. Und vor diesem Hintergrund hat der FC Chelsea sich ganz einfach entschieden, erst mal gesunde Akteure auf die aktuelle Liste zu setzen. Der Verein spielt auf Zeit und wartet ab, welche Fortschritte Michael Ballack bei seiner Genesung macht. Und das ist in meinen Augen absolut legitim. Denn Ballack kann ja auch nachgemeldet werden. Ich sehe die Sache also ingesamt nicht so dramatisch.
Spekulationen, wonach die Londoner ihn sogar loswerden wollen, kann ich nicht teilen. Warum sollten sie dies tun, nachdem sie ihm ein so hohes Gehalt zahlen? Er hatte Anpassungsschwierigkeiten, aber so erging es vielen Ausländern vor ihm. Er muss sich nur um seine Gesundheit Gedanken machen.
Anfang der Woche wurde dieses Thema in den englischen Medien natürlich sehr hochgespielt und viel spekuliert. Das ist der Punkt: Was es wirklich bedeutet, kann niemand sagen. Ich schätze Chelsea so ein, dass man Ballack Zeit geben wird.
Dass der Klub das geforderte Maß an "Local Players" nicht erfüllt und daher zwei Plätze auf der Liste frei blieben, überrascht mich ebenfalls nicht. Der Fußball und gerade die Premier League ist global geworden. Bei Spielern wie bei Trainern. Auch das kann man unterschiedlich bewerten - genau wie den aktuellen Fall Ballack.

















