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15.01.2016, 23:26

Kongress der Akademie für Fußballkultur über Fußball und Menschenrechte

"WM in Katar ist nicht akzeptabel"

Im Rahmen eines zweitägigen Kongresses über Fußball und Menschenrechte diskutierte eine hochkarätig besetzte Runde am Freitagabend in Nürnberg über das Thema Baustelle Menschenrechte: die Weltmeisterschaften in Russland und Katar.

Interessante Diskussion über Menschenrechte: Pieth, Roth, Jakob, Schenk und Spahn.
Interessante Diskussion über Menschenrechte: Pieth, Roth, Jakob, Schenk und Spahn.
© kicker

90 spannende Minuten über Menschenrechte, die Fußball-Weltmeisterschaften in Russland und Katar sowie die Korruption in der FIFA erlebten die Zuhörer im Historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg. Dort diskutierten am Freitagabend Sylvia Schenk, Leiterin AG Sport von Transparency International Deutschland, und Prof. Dr. Mark Pieth, Strafrechtsprofessor und ehemaliger Leiter der FIFA-Reformkommission. Ebenfalls auf der Bühne Helmut Spahn, einst Sicherheitsbeauftragter der WM 2006 und heute als Generaldirektor International Centre für Sport Security in Katar tätig, sowie Claudia Roth, Vize-Präsidentin des Deutschen Bundestags, mit Moderator Jörg Jakob vom kicker.

Nach einer kurzen Einführung von Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly nahm die Diskussion sofort Fahrt auf. Für Roth "ist es nicht akzeptabel, dass eine Fußball Weltmeisterschaft in Katar stattfindet". Sie verwies auf die Verstöße gegen Menschenrechte und die dramatische Situation der Arbeiter in dem Emirat. Der Internationale Gewerkschaftsbund geht davon aus, dass insgesamt 7.000 Arbeiter im Rahmen der Baumaßnahmen zu Tode kommen werden. Roth sprach in diesem Zusammenhang von "moderner Sklaverei". Schenk sieht dieselben Probleme wie Roth, für sie ist es aber ein Vorteil, dass die Situation vor Ort durch die WM auf die internationale Agenda rückte. So gäbe es Möglichkeiten, Druck auf die Verantwortlichen aufzubauen, um "grundlegende Änderungen" herbeizuführen.

Spahn, der sich "nicht als Anwalt von Katar" verstehen wollte, stellte die positiven Entwicklungen in Katar heraus. Man solle Pauschalisierungen vermeiden, riet der ehemalige Polizist. Schließlich gebe es in Katar auch fortschrittliche Kräfte, die man unterstützen sollte.

Drei Problemfälle und zwei schwache KandidatenProf. Dr. Mark Pieth

Die WM-Vergabe könne man nach den umfangreichen Investitionen in Baumaßnahmen nicht rückgängig machen, ist sich Pieth sicher. "Der Zug ist abgefahren", so der Schweizer. Um tatsächlich Einfluss zu nehmen, bräuchte man eine starke FIFA, doch die ist durch die aufgedeckten Korruptionsskandale schwer angeschlagen. Viel Hoffnung auf Verbesserungen hegt Pieth mit Blick auf die fünf Kandidaten für die neue FIFA-Präsidentschaft nicht. "Drei Problemfälle und zwei schwache Kandidaten" stehen seiner Meinung nach zur Wahl.

Integrität geht über Strafbarkeit hinausSylvia Schenk

Trotz aller Probleme blickt Schenk "sehr optimistisch" in die Zukunft. Die angestoßenen Diskussionen sind für sie ein wichtiger erster Schritt. Sie begrüßt die Ermittlungen gegen FIFA-Offizielle und die Aufdeckung der Korruption. Der Verband müsse sich nun allerdings grundsätzlich anders aufstellen. Ändern muss sich neben der Struktur und den Personen vor allem die gelebte Kultur. "Integrität geht über Strafbarkeit hinaus", fordert Schenk und betont, dass sich jeder seiner politischen Verantwortung bewusst sein muss.

Pieth erwartet einen langen Reinigungsprozess im Weltverband. "Es dauert zehn Jahre, bis man etwas spürt." Weil der aktuelle Zustand der UEFA "ein riesiges Chaos" und der DFB in erster Linie mit sich selbst beschäftigt sei, fehlen die Reformer. Nach zwei Jahren Aufarbeitung "dürfte das Exekutivkomitee wahrscheinlich leergeräumt sein".

Roth kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Bundesligaklubs, die ihre Trainingslager ohne Rücksicht auf die politische Situation vor Ort durchführen. Die Reise des FC Bayern nach Doha kann die Politikerin so wenig verstehen wie Dortmunds Reise nach Dubai. Dennoch sieht Roth Zeichen für positive Veränderungen. Sie vertraut auf die US-Ermittler und deren schweizerische Kollegen, die alle verfolgen, "die Dreck am Stecken" haben.

kon

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 18.01., 15:13 Uhr
Roth kritisiert Trainingslager der Bundesligisten in der Golfregion
Im Rahmen eines zweitägigen Kongresses in Nürnberg diskutierte eine hochkarätig besetzte Runde zum Thema Fußball und Menschenrechte. Katastrophale Arbeitsbedingungen auf den WM Baustellen in Katar, die Korruption in der FIFA, Claudia Roth, Vize-Präsidentin des Deutschen Bundestags, kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Bundesligaklubs, die ihre Trainingslager in der Golfregion ohne Rücksicht auf die politische Situation vor Ort durchführen.
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